Datum03.12.2025 03:30
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Unterstützerin Susann E. wird Beate Zschäpe als Zeugin geladen. Susann E. wird vorgeworfen, dem NSU, der zwischen 2000 und 2007 zehn rassistisch motivierte Morde beging, geholfen zu haben. Sie soll Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und Personalien zur Verfügung gestellt sowie an einem Raubüberfall beteiligt gewesen sein. Der Prozess am Oberlandesgericht Dresden läuft bis Mitte Juni. Zschäpe wurde 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Terrorismus“. Lesen Sie jetzt „Zschäpe soll gegen mutmaßliche NSU-Vertraute aussagen“. Beim Prozess gegen ihre mutmaßliche Vertraute ist am Mittwoch (9.00 Uhr) die NSU-Terroristin Beate Zschäpe als Zeugin geladen. Für ihre Aussage hat das Oberlandesgericht Dresden einen weiteren Prozesstermin am Donnerstag eingeplant. Der Angeklagten Susann E. wirft die Bundesanwaltschaft unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Sie soll dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) geholfen haben, etwa indem sie Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und ihre Personalien zur Verfügung gestellt haben soll. Zudem war sie laut Anklage an der Abholung eines Wohnmobils, das der NSU am 4. November 2011 beim letzten Raubüberfall in Eisenach verwendete, beteiligt. Seit spätestens Anfang 2007 soll E. von den rassistisch motivierten Morden des NSU gewusst haben. Der Prozess am OLG in Dresden soll bis Mitte Juni dauern. Die Neonazi-Terrorzelle NSU bestand aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Ab dem Jahr 2000 verübten sie jahrelang unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt verletzten zudem Dutzende Menschen bei zwei Bombenanschlägen in Köln. Die beiden töteten sich 2011 in Eisenach, um ihrer Festnahme zu entgehen. Erst dann flog der NSU auf. Zschäpe verurteilten die Richter des OLG München 2018 nach gut fünf Jahren Prozessdauer zu lebenslanger Haft. Der Ehemann von Susanne E., André E. war einer von vier weiteren Mitangeklagten im Prozess. Er wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. © dpa-infocom, dpa:251203-930-372317/1