Datum02.12.2025 16:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump hat Juan Orlando Hernández, den ehemaligen Präsidenten von Honduras, der wegen Drogenhandels verurteilt wurde, begnadigt. Hernández, der zwischen 2014 und 2022 im Amt war, wurde 2022 an die USA ausgeliefert und zu 45 Jahren Haft verurteilt. Die Entscheidung zur Begnadigung löste Kritik aus, insbesondere angesichts von Trumps Anti-Drogen-Kampagne. Trump behauptete, Hernández sei unfair behandelt worden und die Biden-Regierung habe ihn strafrechtlich verfolgt. Die Begnadigung geschah kurz nach Präsidentschaftswahlen in Honduras.
InhaltSchon die Ankündigung der Begnadigung stieß auf Kritik, doch Donald Trump ist bei seiner Entscheidung geblieben. Nun ist der wegen Drogenhandels verurteilte Juan Orlando Hernández ein freier Mann. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Präsident Donald Trump hat seine Ankündigung wahr gemacht: Die USA haben den in den Vereinigten Staaten wegen Drogenhandels einsitzenden Ex-Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, freigelassen. "Nach fast vier Jahren des Schmerzes, des Wartens und der schwierigen Prüfungen ist mein Mann Juan Orlando Hernández wieder ein freier Mann, dank der Begnadigung durch Präsident Donald Trump", teilt Hernández' Ehefrau Ana Garcia in den sozialen Medien mit. Einträge aus dem Gefängnisregister sowie Mitarbeiter des Weißen Hauses bestätigten die Begnadigung ebenfalls. Demnach wurde Hernández am Montag aus einem Gefängnis im Bundesstaat West Virginia entlassen. Hernández war zwischen 2014 und 2022 Präsident von Honduras. Kurz nach Ende seiner Amtszeit wurde er an die USA ausgeliefert. Der Anklage zufolge soll er Honduras zum "Drogenstaat" gemacht haben. Der konservative Politiker soll Drogenschmugglern geholfen haben, Hunderttausende Kilogramm Kokain in Richtung USA zu schleusen. Zu den Schmugglern soll auch der in den USA in Haft sitzende mexikanischen Ex-Kartellchef Joaquín "El Chapo" Guzmán sein. Das US-Justizministerium hatte nach der Verurteilung des Ex-Präsidenten zu 45 Jahren Haft geschrieben , als Präsident von Honduras habe Hernández seine Macht missbraucht, um eine der größten und gewalttätigsten Verschwörungen im Bereich des Drogenhandels weltweit zu unterstützen. Die Folgen hätten die Menschen von Honduras und in den Vereinigten Staaten zu tragen gehabt. Das Weiße Haus unter Donald Trump hatte die Begnadigung zuletzt gegen Kritik verteidigt. Auf die Frage, warum die Trump-Regierung ihr Vorgehen gegen Venezuela mit Drogenvorwürfen gegen Präsident Nicolás Maduro begründe und auf der anderen Seite einen verurteilten Drogendealer freilasse, sagte Sprecherin Karoline Leavitt, Hernández sei von der Biden-Regierung unfair behandelt worden. Dies sei eindeutig eine von Präsident Joe Biden angeordnete Strafverfolgung gewesen, sagte Leavitt. Die Menschen in Honduras hätten Trump gegenüber betont, dass Hernández hereingelegt worden sei. Hernández habe auch erklärt, dass praktisch keine unabhängigen Beweise vorgelegt worden seien und ein Großteil seiner Verurteilung auf Aussagen von geständigen Kriminellen beruhte. Leavitt bestritt auch, dass die Begnadigung die Botschaft der US-Regierung im Kampf gegen Drogen untergrabe. Trump hatte die Ankündigung von Hernández' Begnadigung Ende November mit einem erneuten Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger von Honduras verbunden, bei der Präsidentschaftswahl in ihrem Land den rechtsgerichteten Kandidaten Nasry Asfura zu wählen. Der Urnengang in Honduras fand am vergangenen Sonntag statt. Die Wahlkommission in Honduras teilte am Montag nach Auszählung von 57 Prozent der Stimmzettel mit, dass Asfura lediglich 515 Stimmen vor dem ebenfalls rechtsgerichteten Fernsehmoderator Salvador Nasralla liege. Trump warf den honduranischen Behörden daraufhin vor, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in dem mittelamerikanischen Land abändern zu wollen. Nach der Begnadigung des Ex-Präsidenten von Honduras dürfte es Donald Trump noch schwerer fallen, den Militäraufmarsch vor Venezuela zu rechtfertigen. Mehr dazu lesen Sie hier.