Datum02.12.2025 14:37
Quellewww.zeit.de
TLDRDie IG Metall warnt vor drohenden Kündigungen in der Industrie und fordert von Niedersachsens Landesregierung sowie Unternehmen Maßnahmen zur Sicherung des Industriestandorts. Bezirksleiter Thorsten Gröger hob hervor, dass Deutschland monatlich 10.000 Arbeitsplätze verliert und nannte fehlende Klarheit bei Technologiethemen, schwache Konjunktur und hohe Energiepreise als Hauptprobleme. Ministerpräsident Olaf Lies unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit von Planungssicherheit für Unternehmen, um Investitionen in Deutschland zu fördern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gewerkschaft“. Lesen Sie jetzt „Kündigungen statt Wunschzettel? IG Metall bangt um Industrie“. Die Industriegewerkschaft Metall pocht bei Niedersachsens Landesregierung und den Unternehmen auf eine Sicherung des Industriestandorts. "Wo eigentlich Familien die Wunschzettel der Kinder lesen müssten, droht vielen, dass sie eher Aufhebungsverträge oder Kündigungsschreiben lesen müssen", sagte Bezirksleiter Thorsten Gröger bei einem Treffen mit Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). Jeden Monat verliere Deutschland derzeit 10.000 Arbeitsplätze in der Industrie, sagte Gröger und warnte: "Mit jeder Schließung, sei es ein ganzer Standort oder sei es eine Abteilung, geht letztendlich auch ein Stück Stärke unserer industriellen Strukturen, ein Stück Wertschöpfung und auch ein Stück Zukunft für die junge Generation verloren." Als die drei Top-Probleme bezeichnete der Gewerkschafter fehlende Klarheit, etwa bei der Technologiefrage in der Autoindustrie, die schwache Konjunktur sowie zu hohe Energiepreise. Von den Unternehmen forderte Gröger ein Bekenntnis zum Standort Deutschland. 80 Prozent der Betriebsräte sagten, sie befürchteten, dass ihr Unternehmen zu wenig in die Zukunft investiere. "Das müssen wir drehen." Ministerpräsident Lies betonte: "Priorität hat die Sicherung von Beschäftigung mit unserem Land." Auch der SPD-Politiker appellierte an die Verantwortung der Unternehmen, in Deutschland zu investieren. Dafür brauchten diese aber auch Planungssicherheit, etwa beim Industriestrompreis und Bürokratieabbau. © dpa-infocom, dpa:251202-930-369929/1