Datum02.12.2025 12:56
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Brüssel hat die Polizei Räume des Europäischen Auswärtigen Dienstes durchsucht und Dokumente beschlagnahmt, sowie drei Personen festgenommen. Die Ermittlungen beziehen sich auf Beschaffungsbetrug und Korruption im Zusammenhang mit dem Einsatz öffentlicher EU-Gelder, insbesondere bei einem Kauf von 3,2 Millionen Euro für ein Gebäude des Europakollegs. Der Verdacht besteht, dass persönliche Interessen die Handlungen beeinflussten. Die Vorfälle fanden in der Amtszeit von Josep Borrell zwischen 2021 und 2022 statt.
InhaltIn Räumen des Europäischen Auswärtigen Dienstes in Brüssel hat es nach SPIEGEL-Informationen eine Razzia gegeben. Die Polizei beschlagnahmte Dokumente und nahm offenbar drei Personen fest. Es geht um Beschaffungsbetrug und Korruption. In Brüssel hat die Polizei Räume des diplomatischen Dienstes der Europäischen Union durchsucht. Dem SPIEGEL wurde aus Kommissionskreisen bestätigt, dass am Morgen die Razzia beim Europäischen Auswärtigen Dienst stattgefunden hat. Zuvor hatte das Onlinemagazin "Euractiv" berichtet. Demnach geht es um Ermittlungen wegen des Missbrauchs von EU-Geldern. Die Polizisten haben laut dem Medienbericht am Dienstagmorgen Dokumente beschlagnahmt und drei Personen festgenommen. Es stehe unter anderem um den Verdacht von Beschaffungsbetrug, Korruption und den Vorwurf, dass die Personen sich in ihrem Handeln von finanziellen oder persönlichen Interessen unangemessen haben leiten lassen. Offenbar soll der Europäische Auswärtige Dienst öffentliche EU-Gelder nicht vorschriftsmäßig eingesetzt haben, schreibt "Euractiv". Die Ermittlungen richteten sich demnach wohl auch gegen das Europakolleg, eine Kaderschmiede für die EU-Kommission. Konkret gehe es um den Zeitraum von 2021 und 2022. Die möglichen Vorfälle fallen somit in die Amtszeit von Josep Borrell, der zu dieser Zeit Außenbeauftragter der Europäischen Union war. Die jetzige Chefdiplomatin Kaja Kallas kam 2024 ins Amt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Kauf eines 3,2 Millionen teuren Gebäudes in Brügge für die Diplomatenakademie, wie "Euractiv" berichtet. Das Europakolleg habe es 2022 gekauft. Es gehe um den Vorwurf, dass Vertreter des Europakollegs Zugang zu vertraulichen Informationen einer Ausschreibung des Europäischen Auswärtigen Dienstes gehabt haben sollen. Die beteiligten Personen haben sich bisher nicht öffentlich zu der Razzia geäußert.