Datum02.12.2025 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Frankfurt bietet die Beratungsstelle pro familia eine einzigartige gynäkologische Sprechstunde für Frauen mit Behinderung an, die in Hessen stark nachgefragt wird. Angesichts der begrenzten Kapazitäten ist die Nachfrage höher als das Angebot. Die Sexualpädagogin Claudia Hohmann betont die Wichtigkeit von Beratungsgesprächen zur Sexualität und Aufklärung über Rechte für Menschen mit Behinderung. Dies zeigt bestehende Wissenslücken bei Fachkräften und Betreuern auf und verdeutlicht die Herausforderungen in der Inklusion im Gesundheitswesen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Inklusion“. Lesen Sie jetzt „Warum es kaum Gynäkologen für Frauen mit Behinderung gibt“. Eine gynäkologische Sprechstunde für Frauen mit Behinderung - dieses Angebot der Beratungsstelle pro familia in Frankfurt ist hessenweit einmalig. Das bestätigt das Hessische Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung. Die Nachfrage sei deutlich höher als die Kapazitäten, berichten die Mitarbeiter zum "Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung" am 3. Dezember. "Damit sind wir in Deutschland wirklich eine der wenigen Ambulanzen", sagt Claudia Hohmann, Leiterin der Beratungsstelle. Klientinnen kämen zum Teil aus Kassel, um das Angebot zu nutzen. Denn für eine intensive Betreuung und Beratung während der Untersuchung hätten viele Arztpraxen nicht genug Zeit. Jedes Jahr führt die Sexualpädagogin gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen etwa 100 Beratungsgespräche zur Sexualität von Menschen mit Behinderung. Oft gehe es darum, wie eine Beziehung aussehen kann - um Wünsche, Grenzen und den Umgang mit Sexualität. Die Beraterinnen und Berater klären auch Kolleginnen und Kollegen in der Sozialarbeit über Rechte von Betroffenen auf. Dabei stößt Hohmann immer wieder auf Wissenslücken, auch bei Fachkräften und Betreuern. "Da gibt es noch sehr viele Haltungen aus Unwissen", sagt sie. © dpa-infocom, dpa:251202-930-367586/1