Datum02.12.2025 03:46
Quellewww.zeit.de
TLDRDie US-Regierung hat eine Webseite gestartet, die Journalisten und Medien als "Mediensünder der Woche" kennzeichnet. Dies dient dazu, eine angebliche Unschärfe in der Berichterstattung über die Trump-Administration zu kritisieren, insbesondere die Nutzung anonymen Quellen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt rechtfertigte die Maßnahme als Teil eines Versprechens der Republikaner zur Medienverantwortung. Die Aktion erfolgt im Kontext eines allgemeinen Drucks auf unabhängige Berichterstattung und offenbaren persönlichen Angriffen von Trump gegen kritische Journalisten.
InhaltEine Webseite des Weißen Hauses prangert Journalisten, Sender und Verlage als "Mediensünder der Woche" an. Karoline Leavitt will so Medien zur "Rechenschaft ziehen". Die US-Regierung hat sich für eine neue Webseite gerechtfertigt, auf der Medien und einzelne Journalisten namentlich an den Pranger gestellt werden. Dies stehe im Einklang mit dem Versprechen der Republikaner, "die Medien zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Sie störe sich vor allem an den Arbeitsweisen von Medien, die basierend auf anonymen Quellen berichteten, und unterstellte ihnen, ohne Nachfrage im Weißen Haus Texte zu veröffentlichen. Auf der neuen Webseite mit dem Untertitel "Media Offender of the Week" (etwa: Mediensünder der Woche) listet das Weiße Haus mehrere Medien und einzelne Reporter auf, die angeblich wissentlich falsch über die US-Regierung unter Donald Trump berichten würden. Dabei versucht die Webseite der Regierung auch, ihre eigene Interpretation als Wahrheit darzustellen. Als Beispiel wird ein Fall von vor wenigen Tagen präsentiert, in dem sich sechs Kongressmitglieder in einem Video an Angehörige des US-Militärs wenden: In dem Video fordern die Politiker die Einsatzkräfte auf, keine illegalen Befehle zu befolgen. So sieht es auch ein Bundesgesetz vor: Soldaten sollen nur rechtmäßigen Befehlen nachgehen. Die US-Regierung – darunter auch Leavitt – hingegen hat das Video mehrfach das Video anders ausgelegt und behauptet, dass in dem Video Militärs dazu aufgerufen würden, jegliche Befehle des Oberbefehlshabers in den USA – das ist der Präsident – zu verweigern. Die US-Regierung geht seit Monaten gegen unabhängige Berichterstattung im Land vor. US-Präsident Trump fiel zuletzt verstärkt durch persönliche Beleidigungen von Journalisten und Reportern auf, wenn diese ihm kritische Fragen stellten. So nannte er eine Journalistin an Bord der Air Force One "Schweinchen", eine andere beschimpfte er als "dumme Person". Ende November hatte die US-Regierung nach kritischen Fragen einer ABC-Reporterin zur Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi dem Sender erneut mit Entzug der Sendelizenz gedroht.