Arbeiten in der Rente: Finanzminister Crumbach hält Aktivrente für "unsozial"

Datum16.10.2025 15:27

Quellewww.zeit.de

TLDRBrandenburgs Finanzminister Robert Crumbach kritisiert die geplante Aktivrente als "unsozial". Er hält den Ansatz der Bundesregierung für falsch, da vor allem höherverdienende Rentner profitieren. Ab 2024 dürfen Beschäftigte im Rentenalter bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen. Während Koalitionspolitiker die Maßnahme als Förderung des Arbeitsmarktes loben, warnen Gewerkschaften und die Opposition vor Steuergeschenken für die Regierungsanhänger. Der Gesetzesentwurf soll nun im Bundestag und Bundesrat beraten werden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeiten in der Rente“. Lesen Sie jetzt „Finanzminister Crumbach hält Aktivrente für "unsozial"“. Brandenburgs Finanzminister Robert Crumbach hält die geplante Aktivrente für "unsozial". "Angesichts des Fachkräftemangels ist es richtig, erfahrene Arbeits- und Fachkräfte zu motivieren, freiwillig länger erwerbstätig zu sein", sagte der BSW-Politiker der dpa. "Aber der von der Bundesregierung gewählte Ansatz setzt völlig falsche Anreize und ist vor allem unsozial ausgestaltet." Das Bundeskabinett in Berlin hatte am Mittwoch die Aktivrente beschlossen - damit können Beschäftigte im Rentenalter ab kommendem Jahr bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei dazuverdienen.  Crumbach betonte, dass sich etwas an der Einkommenssteuer ändern müsse. "Gerade die Bezieher von kleinen Renten und geringen anderen Einkünften sollten steuerlich entlastet werden." Seiner Ansicht nach profitieren von dem aktuellen Beschluss vor allem Menschen mit hohen Altersbezügen und hohen Erwerbseinkommen. "Mit der Einkommensteuerfreistellung von Einkünften aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Höhe von bis zu 2.000 Euro monatlich neben der Rente werden entsprechend hohe Einkommen stärker entlastet als kleine", sagte der Minister.  Koalitionspolitiker und -politikerinnen lobten das gemeinsame schwarz-rote Projekt als Stärkung für Arbeitnehmer und Arbeitsmarkt. Gewerkschaften und Opposition kritisierten, es seien teure Steuergeschenke für die Klientel der Regierungsparteien. Wirtschaftsforscher gehen von einer nur überschaubaren Wirkung der Aktivrente aus. Für Selbstständige und Beamtinnen und Beamte ist die Aktivrente nicht vorgesehen. Das Gesetz wird nun in Bundestag und Bundesrat beraten. Es soll Teil eines Gesamtpakets inklusive eines stabilen Rentenniveaus sein und ab 1. Januar 2026 gelten. Die Koalitionäre sehen dies als wichtiges Signal angesichts andauernder schwarz-roter Streitereien wie jüngst beim geplanten Wehrdienst. © dpa-infocom, dpa:251016-930-170482/1