Salman Rushdie: Bestsellerautor hält KI für einfallslos

Datum01.12.2025 13:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRSalman Rushdie äußert sich skeptisch zur Kreativität von künstlicher Intelligenz (KI). In einem Interview mit "Sky News" betont er, dass KI lediglich reproduzieren könne und nicht über Originalität verfüge. Seine Erfahrungen mit KI basieren auf einigen Experimenten, die ihm vermitteln, dass sie keinen Sinn für Humor hat. Obwohl Rushdie überzeugt ist, bleibt er mit dem Vorbehalt "bis jetzt" offen für eine zukünftige Entwicklung. Die Debatte über die Rolle von KI in der Kreativbranche bleibt damit aktuell und umstritten.

InhaltLesen wir bald Bücher oder schauen wir Filme, die eine künstliche Intelligenz sich ausgedacht hat? Salman Rushdie glaubt das nicht. Basis für die Vermutung sind "ein paar kleine Experimente" des Schriftstellers. Es ist eine der großen Fragen unserer Zeit: Wie sehr wird künstliche Intelligenz unseren Alltag verändern – etwa die Filme, die wir im Kino sehen. Die Musik, die wir hören. Oder die Bücher, die wir lesen? Und auf der anderen Seite: Was bedeutet der Siegeszug der KI für Kreative wie Filmschaffende, Komponisten oder Autoren? Wird ihre Arbeit in naher Zukunft schon überflüssig? Salman Rushdie, 78, denkt das offensichtlich nicht: Im Gespräch mit dem britischen Fernsehsender "Sky News  " vertrat der Autor nun eine ziemlich eindeutige Meinung. Künstliche Intelligenz, so Rushdie, könne Dinge reproduzieren, mit denen sie gefüttert worden sei. "Aber gute Kunst ist originell, und ich glaube nicht, dass KI auch nur einen Funken Originalität besitzt." (Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.) Der britisch-indische Autor ließ allerdings erkennen, dass sein Wissensstand im Bezug auf KI begrenzt zu sein scheint. Seine Schlüsse, so räumte Salman Rushdie ein, basierten auf ein "paar kleinen Experimenten", die er mit KI vorgenommen habe. Wie genau diese ausgesehen haben mögen, sagte er nicht – allerdings ließen diese ihn vermuten, dass künstliche Intelligenz "zumindest bis jetzt keinen Sinn für Humor hat. Und originell ist sie auch nicht", sagte er mit einiger Überzeugung. Immerhin, mit den Worten "bis jetzt" lässt sich Rushdie eine Tür offen. Denn ob KI die Fähigkeit zur Kreativität hat, ist tatsächlich Gegenstand vieler Debatten  , SPIEGEL-Kolumnist Sascha Lobo etwa ist der Meinung, dass künstliche Intelligenz uns heute schon "überraschend oft ebenbürtig ist" (mehr dazu können Sie hier lesen). Insofern wird die Zeit zeigen, wie gut Rushdies Aussagen altern. Vielleicht schneller, als wir glauben.