Datum16.10.2025 14:16
Quellewww.zeit.de
TLDRUS-Vizepräsident JD Vance hat geleakte Chatnachrichten junger Republikaner, die rassistische, antisemitische und queerfeindliche Inhalte sowie Gewaltfantasien beinhalten, verharmlost. In einem Podcast erklärte Vance, solche Äußerungen seien das Resultat "dummer Dinge, die Kinder tun". Die 2.900 Seiten Chats stammen von Erwachsenen der Young Republican National Federation. Die Inhalte zeigen eine besorgniserregende Sprache über Gewalt und Diskriminierung. Trotz der Schwere der Nachrichten betont Vance, dass man nicht "Kinder canceln" solle.
InhaltRassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit – in den USA sorgen Chats von Republikanern für Aufsehen. Vizepräsident JD Vance sagt lediglich: "Kinder tun dumme Dinge." Dieser Artikel behandelt diskriminierende Sprache und Gewaltfantasien. US-Vizepräsident JD Vance hat geleakte Chatnachrichten junger republikanischer Führungskräfte verharmlost. Zu den veröffentlichten Nachrichten, die heftige Beleidigungen und diskriminierende Sprache sowie Gewaltfantasien beinhalten, sagte Vance: "Es ist nun mal so, dass Kinder dumme Dinge tun – insbesondere Jungs." Kinder würden nun einmal provokante und auch beleidigende Witze machen, sagte Vance in dem Podcast The Charlie Kirk Show. "Ich möchte wirklich nicht, dass wir in einem Land aufwachsen, in dem ein Kind, das einen dummen Witz erzählt – einen sehr beleidigenden, dummen Witz – sein Leben ruiniert bekommt", sagte der Vizepräsident. Hintergrund sind Enthüllungen der Zeitung Politico. Dieser lagen 2.900 Seiten privater Chatnachrichten vor. Ausgetauscht hatten sie Mitglieder einer Jugendorganisation der republikanischen Partei über einen Zeitraum von mehr als sieben Monaten. Entgegen Vance' Behauptungen handelt es sich jedoch nicht um "Kinder", sondern um Erwachsene im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30. Alle Beteiligten sind oder waren Mitglieder der Young Republican National Federation, einem Netzwerk verschiedener Organisationen der Republikaner für Menschen zwischen 18 und 40 Jahren. Berichten zufolge arbeiten mehrere der an dem Chat beteiligten Jungrepublikaner im Umfeld der Mutterpartei, einige sind zudem beim Staat angestellt. Mindestens einer verlor seit der Veröffentlichung der Chats seinen Job. Laut Politico geben die geleakten Nachrichten einen Einblick darin, "wie eine neue Generation von Aktivisten der Republikaner spricht, wenn sie glauben, dass sie unter sich sind". Viele der Nachrichten enthalten rassistische, antisemitische, queerfeindliche oder behindertenfeindliche Beleidigungen. So finden sich in Hunderten Nachrichten diskriminierende Bezeichnungen für Schwule oder das rassistische N-Wort. Auch Tötungs-, Gewalt- und Vergewaltigungsfantasien tauchen in den Chats auf. Ein junger Republikaner kündigt an, "einige der schlimmsten physiologischen Foltermethoden, die die Menschheit kennt", zu entwickeln. An anderer Stelle heißt es: "Ich bin bereit, Menschen brennen zu sehen." Mehrfach wird über Mord und Massenmord gesprochen – auch mit Bezug auf den Holocaust. So spekulieren die Republikaner darüber, politische Gegner in Gaskammern zu ermorden. Einer der Republikaner kündigt vor einer Abstimmung an, bei der er selbst zur Wahl steht: "Jeder, der mit Nein stimmt, kommt in die Gaskammer." Ein anderer antwortet: "Wir müssen so tun, als würden wir sie mögen. 'Hey, kommt rein. Nehmt eine Dusche und entspannt euch.' Zack – schon und sie tot." An anderer Stelle heißt es: "Ich liebe Hitler." Einer der Nachwuchspolitiker bezeichnet Vergewaltigungen als "episch". Wohl in einem Moment seltener Selbstreflexion schreibt einer der jungen Republikaner: "Wenn dieser Chat jemals geleakt würde, wären wir wirklich erledigt." Trotz der drastischen Sprache in den veröffentlichten Textnachrichten sagte Vizepräsident Vance im Interview der Kirk Show – des Podcasts, der von Weggefährten des getöteten, rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk weitergeführt wird: "Wir canceln keine Kinder, nur weil sie in einem Gruppenchat etwas Dummes tun."