Datum16.10.2025 11:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Japan haben tödliche Bärenattacken einen neuen Höchststand erreicht, mit sieben Todesopfern seit April, dem höchsten Wert seit Beginn der Statistik 2006. Die Angriffe konzentrieren sich auf den Norden und Nordosten des Landes, wo 108 Menschen verletzt wurden. Vorfälle in Wohngebieten, wie ein Bär in einem Supermarkt, zeigen das wachsende Problem. Ein neues Gesetz ermöglicht Notabschüsse gefährlicher Tiere in bewohnten Gebieten. Der Asiatische Schwarzbär und der Braunbär sind in Hokkaido verbreitet.
InhaltIn der japanischen Präfektur Iwate ist die Leiche eines Mannes in einem Wald gefunden worden. Nun steht fest: Ein Bär hat ihn getötet. Er ist schon das siebte Todesopfer seit April. Mit einem erneuten Angriff ist die Zahl tödlicher Bärenangriffe in Japan auf einen neuen Höchststand gestiegen. Seit April seien bereits sieben Menschen durch Bären getötet worden, sagte ein Sprecher des japanischen Umweltministeriums. Das sei die höchste Opferzahl seit 2006, dem Jahr, in dem die Statistik eingeführt wurde. Der bisherige Höchststand lag bei sechs Todesopfern, er wurde im Steuerjahr 2023/2024 erreicht. Das Steuerjahr dauert in Japan von April bis März. Wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtet, ereigneten sich in diesem Jahr die meisten Angriffe im Norden und Nordosten des Landes. 108 Menschen wurden dem Ministerium zufolge verletzt, die Todesopfer eingerechnet. Zu den sieben getöteten Personen gehört auch ein älterer Mann, dessen Leiche vergangene Woche in einem Wald in der nördlichen Präfektur Iwate entdeckt worden war. Offizielle Stellen bestätigten nun, dass er von einem Bären getötet wurde. Seit einigen Jahren sind in Japan vermehrt wild lebende Bären zu beobachten, teils auch in Wohngebieten. Vergangene Woche hatte sich ein ausgewachsener Bär in einen Supermarkt verirrt, etwa 130 Kilometer von Tokio entfernt. "Er ist fast auf die Fischtheke geklettert und hat die Scheibe beschädigt", sagte ein Vertreter der Supermarktkette der Nachrichtenagentur AFP. "In der Obst- und Gemüseabteilung hat er einen Haufen Avocados umgeworfen und sie zertrampelt." Nach Angaben der örtlichen Behörden verletzte das Tier zwei ältere Männer leicht. Laut einem Bericht von Jiji News wurde am Mittwoch (Ortszeit) in einem Wohngebiet in der Präfektur Miyagi ein erwachsener männlicher Bär erschossen. Demnach war es das erste Mal, dass ein überarbeitetes Gesetz zum Schutz von Wildtieren dazu genutzt wurde, eine "Notabschusserlaubnis" für gefährliche Tiere in bewohnten Gebieten zu erteilen. Auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär.