Rentenreform: Ifo-Präsident Clemens Fuest übt heftige Kritik an Rentenpaket

Datum01.12.2025 08:03

Quellewww.zeit.de

TLDRIfo-Präsident Clemens Fuest kritisiert die geplante Rentenreform der Bundesregierung scharf, da sie Steuererhöhungen und zusätzliche Ausgaben von zwölf Milliarden Euro pro Jahr nach sich ziehen werde. Er warnt, dass die Reform den Bundeshaushalt gefährde und die Renten ohne die Änderungen stabil geblieben wären. Fuest fordert, zunächst die Empfehlungen einer Rentenkommission abzuwarten, bevor entscheidende Maßnahmen ergriffen werden. Seiner Meinung nach handelt es sich um eine "Alibiveranstaltung", um politischen Druck abzubauen.

InhaltDer Chef des Münchner ifo-Instituts hält durch die geplante Rentenreform Steuererhöhungen für unumgänglich. "Wir fahren hier den Bundeshaushalt vor die Wand", warnte er. Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat die geplante Rentenreform der Bundesregierung deutlich kritisiert. Die Regierung steuere "finanziell in die falsche Richtung", obwohl eine schnelle Entscheidung aus seiner Sicht nicht notwendig gewesen wäre, sagte er in der ARD-Sendung Caren Miosga. Die Renten würden ohne die Änderungen nicht sinken: "Sie würden konstant bleiben. Sie würden langsamer steigen", sagte er. Diese Lösung wäre mit dem Koalitionsvertrag vereinbar gewesen. Stattdessen habe man "von der SPD über den Tisch ziehen lassen und hat jetzt zwölf Milliarden in jedem Bundeshaushalt an zusätzlichen Ausgaben. Wir fahren hier den Bundeshaushalt vor die Wand", sagte Fuest. Der Ökonom sieht dadurch erhebliche Belastungen für den Bundeshaushalt. Bereits jetzt fließe etwa ein Drittel der Steuereinnahmen in den Rentenzuschuss, der durch die Reform weiter steigen werde, sagte er. Aus seiner Sicht wird das spürbare Folgen haben: "Wir werden Steuern erhöhen müssen", sagte Fuest. Er kritisierte zudem die zeitliche Abfolge des Vorgehens der Regierung. Aus seiner Sicht wäre es klüger gewesen, erst die Empfehlungen einer Rentenkommission abzuwarten, bevor weitreichende Beschlüsse gefasst würden. Stattdessen handle es sich bei der Kommission, die erst nach der Verabschiedung des schwarz-roten Pakets die Arbeit aufnehmen soll, um eine "Alibiveranstaltung", um politischen Druck zu mildern, monierte Fuest. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.