Datum30.11.2025 17:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm heutigen "Tatort" aus Frankfurt ermittelt das Cold-Case-Team um Maryam Azadi und Hamza Kulina in einem Fall involving eine Sekte, die glaubt, sich durch Sonnenlicht ernähren zu können. Der Fall dreht sich um das Verschwinden eines Vaters und seiner Tochter, wobei die Behörden von einem Suizid ausgehen. Die spannende und emotionale Handlung behandelt Themen wie Hoffnung und Trauer und präsentiert überzeugende schauspielerische Leistungen, insbesondere von Maren Eggert. Die Folge erhielt eine herausragende Bewertung von 10 von 10 Punkten.
InhaltIm zweiten Fall trifft das Cold-Case-Team am Main auf Sektierer, die glauben, sich allein von Licht ernähren zu können. Lebte unter ihnen auch ein vermisstes Kind? Ein "Tatort" über ein kleines Ding namens Hoffnung. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Das Szenario: Es werde Licht. Nachdem Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanović) in ihrem ersten Fall in grabkammerschwarzer Umgebung ermittelten, strahlt jetzt unverdrossen die Sonne über einem trostlos erscheinenden Fall: Ein Vater verschwand von einem Tag auf den anderen mit seiner Tochter, die Behörden gehen von einem erweiterten Suizid aus. Doch weil Azadi nicht locker lässt, tut sich bald die Spur zu einer Sekte auf, die sich "Licht der Welt" nennt. Die Anhänger stellen sich in die Sonne, weil sie glauben, allein dadurch lebenswichtige Energien aufnehmen zu können. Auch den Kindern der Sekte wird der Lichtzauber aufgezwungen. Der Clou: Einer schließt den Himmel auf, kommt die liebe Sonne raus. Brillant, wie hier die vermeintlich schlichte Licht-gleich-Leben-Metaphorik in ein komplexes Drama über Hoffnung und Trauer geöffnet wird. Foroutan und Hasanović sagen keinen überflüssigen Satz, das schwierige Kinderthema wird nicht wie so oft in Krimis mit wohlfeiler Emotionalisierungsrhetorik ausgebeutet. Dass man sich am Ende trotzdem eine Träne aus dem Auge wischt, ist vor allem der Schönheit dieses sparsam, aber klug komponierten "Tatorts" zu verdanken. Das Bild: In der Kinderhölle. Das Ermittlungsduo steigt in einen düsteren Raum, der in der Sekte "Mondzimmer" genannt wird. Kinder, die sich nicht fügten, wurden hier eingeschlossen. An der Wand finden sich Zeichnungen, die Azadi und Kulina nun mit der Taschenlampe abfahren, als wollten sie die ersten Höhlenzeichnungen der Menschheit dechiffrieren. Der Auftritt: Maren Eggert als verzweifelte Mutter. Als Polizeipsychologin Dr. Frieda Jung bereicherte sie einst mit ihrem hintergründigen Spiel die Borowski-Krimis. Eggerts Rückkehr in den "Tatort" markiert nun einen weiteren Höhepunkt. Als Mutter des vermissten Kindes treibt sie unnachgiebig die Handlung voran: Wer in ihre hoffnungsvollen Augen schaut, muss einfach an das Überleben der Tochter glauben. Der Song: "Here Comes The Sun" von Nina Simone . In einer Autoszene weht auf einmal leise, fast kaum vernehmbar der von Simone dargebotene Beatles-Klassiker aus dem Radio. Er stammt aus der Feder von George Harrison und wurde erstmals 1969 veröffentlicht. Simone befreit den Song in ihrer Interpretation von allem hippiesken Überschwang, weshalb er sich so gut in diesen hoch ambivalenten Krimi fügt. Die Bewertung: 10 von 10 Punkten. Ein leises Drama über die Hoffnung, das einem am Ende den Boden unter den Füßen wegzieht. Die Analyse: Lesen Sie bitte hier weiter! "Tatort: Licht", Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste Kommissar-Karussell: Alle "Tatort"-Teams im Überblick