Unwetterkatastrophe: Überschwemmungen und Erdrutsche töten über 600 Menschen in Südostasien

Datum30.11.2025 13:21

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Südostasien sind nach schweren Unwettern über 600 Menschen ums Leben gekommen. In Indonesien starben 435, in Thailand 170, und in Malaysia drei. Mehr als vier Millionen Menschen sind betroffen, viele wurden obdachlos. Helfer bemühen sich um Unterstützung für die Betroffenen. In Sri Lanka forderte der Zyklon Ditwah über 190 Todesopfer und führte zu massiven Überschwemmungen; zudem wurden rund 25.000 Häuser zerstört. Internationale Hilfe wurde angefordert, und verschiedene Länder haben Rettungsteams entsandt.

InhaltNach Unwettern in Südostasien ist die Zahl der Toten auf über 600 gestiegen. Auch in Sri Lanka sind weitere Menschen an den Folgen eines Wirbelsturms gestorben. Die Zahl der Toten nach den verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen in Südostasien ist auf mehr als 600 gestiegen. Allein in Indonesien sind laut Regierungsdaten 435 Menschen gestorben. Thailand meldete 170 Tote, Malaysia drei. Offiziellen Angaben zufolge waren in den drei Ländern insgesamt mehr als vier Millionen Menschen von der Unwetterkatastrophe betroffen, darunter fast drei Millionen im Süden Thailands und 1,1 Millionen im Westen Indonesiens. Weiterhin wird nach Hunderten Vermissten gesucht, gleichzeitig versuchen Helfer, obdachlos gewordene Familien und von der Außenwelt abgeschnittene Orte per Hubschrauber mit Lebensmitteln und Hilfsgütern zu versorgen. Zehntausende Menschen müssen weiter in Notunterkünften ausharren. Große Teile der betroffenen Länder waren tagelang von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht worden, nachdem sich in der Straße von Malakka, einer Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia, ein seltener Tropensturm gebildet hatte. Es kam zu Hochwasser und Erdrutschen, die wiederum schwere Verwüstungen, Stromausfälle und einen Zusammenbruch der Kommunikationsnetze verursachten. Am Wochenende beruhigte sich die Wetterlage. In Malaysia hoben die Meteorologen ihre Warnungen vor Sturm und Dauerregen auf. Auf der anderen Seite des Golfs von Bengalen, im weiter westlich gelegenen Sri Lanka, stieg die Zahl der Toten durch Zyklon Ditwah auf mehr als 190. In dem Inselstaat hatte ein Zyklon gewütet. Der Wirbelsturm Ditwah war am Mittwoch auf Land getroffen und hatte Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Nach einer Woche heftiger Regenfälle infolge des Wirbelsturms standen laut Behörden in der Hauptstadt Colombo nun ganze Stadtteile unter Wasser.  Die meisten Todesopfer stammen aus den zentralen Bezirken Kandy und Badulla. Mehr als eine Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch am Sonntag wurden im zentralen Hochland neue Erdrutsche gemeldet. In einem Dorf im Nordosten des Landes brach zudem ein Wasserreservoir ein. Rund 147.000 Menschen, deren Häuser durch die einwöchigen heftigen Regenfälle zerstört wurden, wurden in staatliche Notunterkünfte gebracht. Insgesamt wurden rund 25.000 Häuser zerstört. Noch am Samstag hatte Sri Lankas Präsident Anura Kumara Dissanayake den Katastrophenfall ausgerufen, der ihm besondere Befugnisse zur Koordination von Hilfsmaßnahmen einräumt. Die Armee unterstützt die laufenden Einsätze. Zudem bat er die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Indien schickte daraufhin Hilfsgüter und zwei Hubschrauber mit Besatzung für Rettungseinsätze nach Sri Lanka. Zwei weitere Hubschrauber sollen an diesem Sonntag eintreffen. Laut der Luftwaffe Sri Lankas entsandte auch Pakistan Rettungsteams. Japan kündigte ebenfalls die Entsendung eines Teams an. Der Zyklon Ditwah hat Sri Lanka mittlerweile in Richtung Südindien verlassen, seitdem lassen die Regenfälle nach. Dennoch stehen viele tiefer gelegene Gebiete weiter unter Wasser. Die für die Stabilität von Berghängen zuständige Organisation für Gebäudeforschung warnte so auch vor einem weiterhin hohen Risiko weiterer Erdrutsche. Die Hänge seien noch immer vollständig mit Regenwasser gesättigt.