Obduktion: Leichenfund bei Güstrow – Junge war Gewalt ausgesetzt

Datum16.10.2025 10:21

Quellewww.spiegel.de

TLDRBei Güstrow wurde ein toter Junge gefunden, der laut vorläufigem Obduktionsergebnis Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um den seit dem 10. Oktober vermissten achtjährigen Fabian handelt. Der Leichnam wurde in einem Waldstück entdeckt, 15 Kilometer von seinem Wohnort entfernt. Die Suche nach dem Jungen hatte zuvor mehrere Tage gedauert und weckte großes Entsetzen in der Region. Hunderte Menschen trauerten bei einem Gottesdienst um das Kind. DNA-Ergebnisse sind für Freitag angekündigt.

InhaltSchon nach dem Fund eines toten Kindes in Mecklenburg-Vorpommern sind die Ermittler von einem Verbrechen ausgegangen. Ein erstes Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung stützt diese Annahme nun. Der bei Güstrow tot aufgefundene Junge ist laut vorläufigem Obduktionsergebnis Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Bei dem Leichnam seien Spuren festgestellt worden, die diesen Schluss zuließen, teilte die Rostocker Staatsanwaltschaft mit. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft nach einem entsprechenden Bericht des Senders Ostseewelle lediglich bestätigt, dass bei der Obduktion Gewalteinwirkung festgestellt worden sei. "Weitere Informationen zum Sachverhalt, insbesondere zu den Details der Auswertung, können aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht gegeben werden", teilte die Ermittlungsbehörde mit. Der Leichnam war am Dienstag bei Klein Upahl entdeckt worden. Weiterhin ist nicht abschließend geklärt, ob es sich um den seit vergangenem Freitag vermissten achtjährigen Fabian aus Güstrow  handelt, wovon die Ermittler ausgehen. Das Ergebnis einer entsprechenden DNA-Überprüfung soll laut Staatsanwaltschaft voraussichtlich am Freitag vorliegen. Nachdem Hundertschaften der Polizei tagelang vergeblich nach Fabian gesucht hatten, entdeckte eine Spaziergängerin die Kinderleiche in einem Waldstück etwa 15 Kilometer entfernt vom Wohnort des Grundschülers. Der Achtjährige war am 10. Oktober verschwunden und von seiner Mutter am Abend desselben Tages als vermisst gemeldet worden. Zunächst wurde vermutet, der Junge habe am Tag seines Verschwindens zu seinem Vater fahren wollen, der getrennt von der Mutter südlich von Güstrow lebt. Spürhunde hatten Fabians Spur bis zum Güstrower Busbahnhof verfolgen können und nahe dem Wohnort des Vaters wiederaufgenommen, bevor sie sich wieder verlor. Auch Seen wurden abgesucht. So schlugen Leichenspürhunde auf dem Inselsee am Stadtrand von Güstrow an. Taucher fanden dort jedoch nichts. Der Vermisstenfall und der Fund des toten Kindes lösten über die Stadtgrenze hinaus Entsetzen und Trauer aus. Am Dienstagabend bekundeten Hunderte Güstrower bei einem Gottesdienst ihr Mitgefühl. Als Zeichen der Anteilnahme stellten sie vor der Marienkirche Kerzen ab und legten Plüschtiere nieder.