Datum29.11.2025 20:37
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer britische Dramatiker und Oscarpreisträger Sir Tom Stoppard ist im Alter von 88 Jahren in Dorset verstorben. Bekannt wurde er durch seine Theaterstücke wie "Rosenkranz und Güldenstern sind tot" und das Oscar-prämierte Drehbuch "Shakespeare In Love". Stoppard, geboren 1937 in Zlín, floh während des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie nach Asien und ließ sich in Großbritannien nieder. Er hinterlässt ein bedeutendes Erbe an Theater- und Filmwerken und wurde für seine Brillanz und Menschlichkeit geschätzt.
InhaltEr hinterlässt vielfach ausgezeichnete Theater- und Kinogeschichte, adaptierte Romane wie "Tulpenfieber" fürs Kino und verbesserte Hollywood-Drehbücher. Nun ist der Dramatiker Tom Stoppard gestorben. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Der britische Oscarpreisträger Sir Tom Stoppard ist tot. Wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seine Agentur United Agents berichtet, ist der Dramatiker und Drehbuchautor im Alter von 88 Jahren in seinem Zuhause in der englischen Grafschaft Dorset im Kreise seiner Familie gestorben. Stoppard schrieb nicht nur Theaterstücke, sondern auch Drehbücher für Hollywoodhits wie "Shakespeare In Love". Er selbst hatte ebenfalls ein bewegtes Leben. Geboren wurde Stoppard 1937 als Sohn eines jüdischen Arztes im heute tschechischen Zlín. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs floh die Familie nach Asien. Nach dem Tod des Vaters und der Wiederheirat der Mutter zog sie nach Großbritannien. Dort arbeitete Stoppard nach der Schule zunächst als Lokaljournalist, bevor er seine Liebe zu Dramen entdeckte. 1967 stellte er sein bekanntestes Bühnenwerk "Rosenkranz und Güldenstern sind tot" vor. Das Drama über die beiden Freunde Hamlets aus William Shakespeares berühmter Tragödie erhielt im Jahr darauf den Tony-Award als bestes Theaterstück. Eine Auszeichnung, die er auch für seine Werke "Travesties", "The Real Thing" und für "The Coast of Utopia" erhalten sollte. Insgesamt wurde Stoppard siebenmal für einen Tony-Award nominiert. Der Höhepunkt seiner Karriere war jedoch der Oscar-Gewinn: 1999 erhielt er zusammen mit Marc Norman den Oscar für das Drehbuch "Shakespeare In Love" mit Gwyneth Paltrow. Für Film und Fernsehen adaptierte er oft bekannte Romane wie "Enigma" (2001) und "Anna Karenina" (2012). 2014 schrieb er das Skript für den Kinostreifen "Tulpenfieber", das auf dem gleichnamigen Roman von Deborah Moggach basiert. Er wurde außerdem gern von Hollywood angeheuert, um Drehbücher zu verbessern. So arbeitete er unter anderem an "Sleepy Hollow" und "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" mit. 1997 wurde er für seine Verdienste im Bereich der Literatur sogar von der verstorbenen Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Stoppard werde für "seine Werke, für ihre Brillanz und Menschlichkeit", aber auch für "seine Großzügigkeit und seine tiefe Liebe zur englischen Sprache" in Erinnerung bleiben, heißt es in dem Statement seiner Agentur. Mit Stoppard zu arbeiten und ihn gekannt zu haben, sei eine Ehre.