Großbrand in Hongkong: Hongkong ruft dreitägige Trauerzeit aus

Datum29.11.2025 10:54

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Hongkong hat eine dreitägige Trauerzeit begonnen, um der 128 Brandopfer eines Großfeuers in einem Wohnkomplex zu gedenken. Das Feuer brach im Wang Fuk Court aus, begünstigt durch leicht entflammbare Materialien und Bauarbeiten. China startet eine nationale Brandschutzkampagne, die insbesondere brennbare Baustoffe und Sicherheitsvorkehrungen überprüft. 150 Personen gelten weiterhin als vermisst, während mindestens elf Verantwortliche, darunter Baufirma-Mitarbeiter, festgenommen wurden. Die Regierung plant, künftig auf Stahlgerüste umzusteigen.

InhaltIn Hongkong beginnt eine dreitägige Trauerperiode zum Gedenken an die Opfer des Hochhausgroßbrands. Außerdem startet China eine landesweite Brandschutzkampagne. Nach dem Großbrand der Hochhäuser in Hongkong, bei dem mindestens 128 Menschen ums Leben kamen, hat in Hongkong eine dreitägige Trauerzeit begonnen. In den Morgenstunden legten Regierungschef John Lee und führende Beamte der Sonderverwaltungszone mit rund 7,5 Millionen Einwohnern eine dreiminütige Schweigeminute ein. Bis einschließlich Montag werden sämtliche Flaggen vor Regierungsgebäuden auf halbmast gehisst. Gleichzeitig startete China eine landesweite Brandschutzkampagne. Besondere Aufmerksamkeit werde Gebäuden mit Fassadenrenovierungen und Umbauten im Inneren gewidmet, teilte das chinesische Katastrophenschutzministerium mit. Bei der Kampagne gibt es vier zentrale Inspektionsbereiche: die Prüfung von brennbaren Materialien in Wärmedämmsystemen, die Kontrolle verbotener Baumaterialien wie Bambusgerüste, die Überprüfung der Brandschutzausrüstung sowie der Fluchtwege. Am Mittwoch war im Wohnkomplex Wang Fuk Court im Stadtteil Tai Po ein Großbrand ausgebrochen. Mehrere Hochhäuser fingen Feuer. An den Häusern fanden Bauarbeiten statt, und die Flammen konnten sich zügig über Bambusgerüste und Bau­netze ausbreiten. Am frühen Freitagmorgen brannte es noch in vereinzelten Wohnungen. Mittlerweile ist der Brand gelöscht. Die Feuerwehr stellte auch ihre Suche nach möglichen Überlebenden ein. Nun geht es nur noch darum, weitere Leichen in den verkohlten Wohnungen zu finden und zu identifizieren. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind mindestens 128 Menschen ums Leben gekommen. Allerdings gelten nach Behördenangaben 150 Menschen weiterhin als vermisst – die Totenzahl könnte also noch steigen. Im Zusammenhang mit dem Großbrand in der Wohnanlage Wang Fuk Court wurden inzwischen mindestens elf mögliche Mitverantwortliche festgenommen, darunter mehrere Mitarbeiter einer Baufirma. Bei Renovierungsarbeiten waren die Gebäude in Bambusgerüste gehüllt, zusätzlich mit nicht zugelassenen grünen Netzen und Schaumstoffdämmung versehen. Außerdem waren einige Fenster mit Polystyrolplatten versiegelt.  Experten zufolge spielten diese leicht entflammbaren Materialien eine entscheidende Rolle bei der rasanten Ausbreitung des Feuers. Auch die Bambusgerüste selbst stehen unter Verdacht, den Brand begünstigt zu haben. Obwohl Bambusgerüste in Hongkong traditionell weit verbreitet sind, hatte die Regierung ein Verbot im Juli noch abgelehnt. Nach dem Brand kündigte Verwaltungschef Eric Chan jedoch an, künftig auf Stahlgerüste umzusteigen. Bereits im September 2024 hatten Bewohner die Behörden auf mögliche Brandgefahren aufmerksam gemacht. Den Behörden zufolge hatten sie die Anwohner zu dem Zeitpunkt darüber informiert, dass diese nur einem "relativ geringen Brandrisiko" ausgesetzt seien.