Datum29.11.2025 11:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Grünen fordern auf ihrem Parteitag eine Sondersteuer auf Privatjets sowie First- und Business-Class-Flüge, um die Klimabelastung durch Superreiche zu reduzieren. Der Antrag, unterzeichnet von Sven-Christian Kindler und Jakob Blasel, wird voraussichtlich mit großer Mehrheit angenommen. Geplant sind Abgaben von bis zu 2100 Euro pro Passagier, vergleichbar mit Frankreich. Die Initiatoren kritisieren, dass die reichsten 50 Milliardäre mehr CO₂ emittieren als ein Durchschnittsmensch in seinem Leben. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Superreiche stärker zur Verantwortung zu ziehen.
InhaltDie Grünen wollen auf ihrem Parteitag eine Sondersteuer auf Flüge mit Privatjets beschließen. Auch First- und Business-Class-Tickets sollen teurer werden. Die Grünen wollen, dass Flüge mit Privatjets sowie First- und Business-Class-Flüge deutlich teurer werden. Ein entsprechender Antrag zum Bundesparteitag wurde in den Leitantrag des Bundesvorstands zur Klima- und Sozialpolitik übernommen. Darauf einigten sich die Initiatoren, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler und der frühere Grüne-Jugend-Bundessprecher Jakob Blasel, mit dem Grünen-Bundesvorstand. Es gilt als sicher, dass der Leitantrag am Samstag in Hannover mit großer Mehrheit verabschiedet wird. "Wir fordern daher den Beitritt zur Premium Flyers Solidarity Coalition (u.a. Frankreich, Spanien, Kenia) für eine gerechte Luftverkehrssteuer auf Privatjets sowie First- und Business-Class Tickets", heißt es in dem Antrag. Konkret bedeute das "für jeden Passagier nach dem Vorbild Frankreichs im Privatjet eine Abgabe von 420 Euro innereuropäisch und bis zu 2100 Euro bei internationalen Flügen". Zudem wollen die Grünen "Steuerschlupflöcher bei der Kerosinsteuer schließen und Privatjets zu einer besonders hohen Quote von klimafreundlichen Power-to-Liquid-Kraftstoffen verpflichten". Zur Begründung heißt es in dem Text, dass "Superreiche mit Privatjets" das Klima schädigten und "mit ihrem Luxus in besonderem Maße die Zerstörung unserer Erde" verantworteten. Die 50 reichsten Milliardäre würden im Schnitt in nur 90 Minuten über Privatjets und Yachten mehr CO₂ emittieren als ein durchschnittlicher Mensch im ganzen Leben. "Es ist überfällig, dass wir endlich die superreichen Verursacher der Klimakrise zur Kasse bitten", sagte Kindler dem SPIEGEL. Mit-Initiator Blasel knöpft sich den Kanzler vor, der selbst Privatjets fliegt. Blasel nannte es "peinlich, dass Privatflieger Merz die internationale Allianz zur Privatjetsteuer blockiert, während das Deutschlandticket immer teurer wird."