AstraZeneca: Pharmakonzern stoppt wichtige Studie zu Lungenkrebs-Mittel

Datum17.08.2026 10:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRAstraZeneca hat eine entscheidende Lungenkrebs-Studie für Volrustomig wegen voraussichtlich nicht erreichter Ziele eingestellt. Dies ist der jüngste Rückschlag nach gescheiterten Studien für Herz- und Brustkrebsmittel. Trotz der Serie von Fehlschlägen hält AstraZeneca an seiner Umsatzprognose bis 2030 fest und ist auf 20 neue Medikamente angewiesen. Andere Studien mit Volrustomig laufen weiter, und positive Studienergebnisse für Lungenkrebsmittel wurden ebenfalls gemeldet.

InhaltPharmariese AstraZeneca musste eine Studie für ein wichtiges Lungenkrebs-Medikament stoppen. Es ist nicht der erste Fehlschlag in der jüngsten Zeit. Der Pharmakonzern AstraZeneca hat bei der Entwicklung neuer Medikamente einen weiteren Rückschlag erlitten. Das Unternehmen stellte eine entscheidende klinische ​Studie der Phase-III mit dem Wirkstoff Volrustomig zur Behandlung von Lungenkrebs ein. Ein unabhängiges Kontrollkomitee sei ‌zu dem Schluss gekommen, dass die Kombinationstherapie mit einer Chemotherapie ihre Hauptziele voraussichtlich nicht erreichen werde, teilte AstraZeneca am Montag mit. Dabei ging es um die Überlebenszeit ohne ein Fortschreiten der Krankheit sowie das Gesamtüberleben bei einer bestimmten Form von metastasierendem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Der Abbruch reiht sich ​in eine Serie von Rückschlägen ein. Zuvor war bereits das Herzmedikament Wainua in einer späten Studienphase gescheitert. Zudem verweigerten die US-Behörden dem Brustkrebsmittel Camizestrant wegen des Studiendesigns ‌die Zulassung, und auch das Medikament Ultomiris verfehlte bei ​einer seltenen Krankheit ‌die Ziele. Die Serie von Fehlschlägen hatte zuletzt auch das Vertrauen der Anleger gedämpft und die Entwicklungsabteilung in der Medikamentensparte ⁠von ⁠AstraZeneca verstärkt in den Fokus gerückt. Der Konzern hält dennoch an seiner Prognose fest, den Jahresumsatz bis 2030 auf 80 Milliarden Dollar zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Konzern auf die erfolgreiche Markteinführung von bis zu 20 neuen ‌Medikamenten angewiesen. "Wir sind zwar enttäuscht, werden aber aus dieser Studie lernen", erklärte die Forschungs- und Entwicklungschefin für Onkologie, Susan Galbraith. Andere Phase-III-Studien mit Volrustomig, ‌einem Antikörper, der das Immunsystem ​beim Angriff auf Tumore unterstützen soll, ‌werden dem Konzern zufolge wie geplant fortgesetzt. Dies betrifft unter ‌anderem ​Tests bei Gebärmutterhalskrebs. Zudem konnte AstraZeneca am Montag auch Erfolge vermelden: Zwei andere zulassungsrelevante Lungenkrebs-Studien mit der Tagrisso-Orpathys-Kombination sowie dem ​Krebsmittel Enhertu, das gemeinsam mit ⁠dem japanischen Partner Daiichi Sankyo entwickelt ​wird, erreichten ​ihre Hauptziele.