Gesellschaftliches Risiko: Jeder zehnte junge Mensch nicht in Bildung oder Arbeit

Datum17.08.2026 09:19

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Deutschland ist jeder zehnte junge Mensch (10,0 %) zwischen 20 und 24 Jahren weder in Bildung, Ausbildung noch Arbeit (NEET). Diese Quote ist im europäischen Vergleich gestiegen und betrifft Frauen häufiger als Männer. Auf dem Land ist sie geringer als in Städten. Hauptgründe für die Nicht-Verfügbarkeit des Arbeitsmarktes sind Betreuungspflichten und gesundheitliche Probleme. Die hohe NEET-Quote birgt gesellschaftliche Risiken wie Arbeitslosigkeit und geringe Teilhabe.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesellschaftliches Risiko“. Lesen Sie jetzt „Jeder zehnte junge Mensch nicht in Bildung oder Arbeit“. Etwa jeder zehnte junge Mensch im Alter zwischen 20 und 24 Jahren ist in Deutschland ohne Job, Bildungs- oder Ausbildungsplatz. Der Anteil ist mit 10,0 Prozent höher als in den Niederlanden (5,6 Prozent), Schweden oder Tschechien, aber liegt unter dem EU-Schnitt von 12,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Am höchsten ist die Quote in Rumänien mit fast einem Viertel (22,8 Prozent).  Ein hoher Anteil von jungen Menschen, die weder in Bildung, Ausbildung noch im Job stecken, birgt zahlreiche gesellschaftliche Risiken wie Arbeitslosigkeit, geringe Teilhabe, steigende Kriminalität oder politische Frustration.  In Deutschland ist die sogenannte NEET-Quote (Not in Employment, Education or Training - Nicht in Ausbildung, Weiterbildung oder Beschäftigung) in den vergangenen Jahren gegen den europäischen Trend angestiegen. Noch im Jahr 2022 betrug sie 8,8 Prozent.  Junge Frauen sind aktuell mit anteilig 10,5 Prozent häufiger betroffen als junge Männer mit 9,6 Prozent. Anders als im europäischen Bild sind in Deutschland auf dem Land weniger junge Menschen aus dieser Gruppe anzutreffen (7,9 Prozent) als in den größeren Städten (10,6 Prozent).  Auf der Suche nach den Gründen heißt es im nationalen Bildungsbericht aus dem Jahr 2024, dass etwa ein Viertel der Betroffenen auf Arbeitssuche sei. Rund 10 Prozent standen kurz vor der Aufnahme eines Studiums, einer Ausbildung oder eines Jobs. Nahezu zwei Drittel standen dem Arbeitsmarkt aber nicht zur Verfügung. Sie nannten häufig Betreuungspflichten und gesundheitliche Probleme als Hinderungsgründe. © dpa-infocom, dpa:260817-930-540620/1