Bundeswirtschaftsministerin : Reiche lobt junge Unionsabgeordnete im Streit um Rentenreform

Datum29.11.2025 04:04

Quellewww.zeit.de

TLDRBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lobt die Junge Gruppe der Unionsabgeordneten für ihren Widerstand gegen das Rentenpaket und betont die Bedeutung kritischer Diskussionen zu Themen wie Teilzeitquoten und Frühverrentungen. Sie fordert eine stärkere Förderung der privaten Altersvorsorge. Trotz der Bedenken der 18 Abgeordneten, die eine Absenkung des Rentenniveaus befürchten, hält die schwarz-rote Koalition am Rentenpaket fest. Der Gesetzentwurf soll nächste Woche im Bundestag beschlossen werden.

InhaltDie Junge Gruppe hat mit ihrem Widerstand gegen das Rentenpaket die Regierung ins Wanken gebracht. Die Bundeswirtschaftsministerin äußert sich dennoch wohlwollend. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat den Einsatz der jungen Unionsabgeordneten in den Verhandlungen um eine Rentenreform gelobt. "Die Junge Gruppe hat diese wichtige Debatte mit guten Argumenten geführt und dadurch viel erreicht. Wir haben jetzt einen klugen Kompromiss gefunden, der Ausgangspunkt für die weitere Arbeit ist", sagte die CDU-Politikerin der Welt am Sonntag. Reiche betonte die Notwendigkeit, auch unbequeme Fragen zu diskutieren. So müssten etwa hohe Teilzeitquoten und Frühverrentungsprogramme kritisch betrachtet werden, insbesondere wenn Unternehmen gleichzeitig über Fachkräftemangel klagten. "Das passt nicht zusammen", sagte die Bundeswirtschaftsministerin.   Zudem forderte sie eine stärkere Förderung der privaten Altersvorsorge: "Es ist gut, dass wir das jetzt angehen, um die umlagefinanzierte Rente zu entlasten und der jungen Generation Luft zu verschaffen." Die Spitzen der schwarz-roten Koalition hatten sich zuvor im Koalitionsausschuss verständigt, am geplanten Rentenpaket festzuhalten. Die Kritikpunkte der jungen Unionsabgeordneten sollten aber in einem begleitenden Entschließungsantrag berücksichtigt werden, in dem eine grundlegende Reform des Rentensystems anvisiert wird. 18 Abgeordnete der Jungen Gruppe der Unionsfraktion hatten sich gegen das Rentenpaket ausgesprochen. Sie akzeptierten, dass das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent bleiben soll. Allerdings lehnten sie ab, dass es auch danach noch höher angesetzt wird als nach jetziger Rechtslage. In diesem Fall befürchteten sie Milliardenkosten. Reiche hatte in der Debatte früh mitgeteilt,  dass sie die Argumente gegen das Paket teilt, sich aber dennoch zum Kabinettsbeschluss bekennt. Sollte die Junge Gruppe bei ihrer Ablehnung bleiben, wäre die eigene Koalitionsmehrheit für das Rentenpaket im Bundestag in Gefahr. Der Gesetzentwurf soll kommende Woche im Parlament beschlossen werden.