Datum17.08.2026 05:31
Quellewww.zeit.de
TLDREin Großbrand im Hohen Venn bei Monschau hat zur Evakuierung von 30 Bewohnern geführt. Die Flammen sind nur noch 300 Meter entfernt. Die Löscharbeiten in Belgien sind wegen des Geländes und Torfmooren schwierig. Deutschland und weitere Länder unterstützen mit Kräften und Material. Der Brand ist der größte in Belgiens Geschichte. Im Hürtgenwald ist die Lage unter Kontrolle, während in Gebhardshain die Flammen gestoppt werden konnten.
InhaltDer Großbrand im belgischen Hohen Venn nähert sich bedrohlich der deutschen Gemeinde Monschau. Im Hürtgenwald ist die Lage dagegen inzwischen unter Kontrolle. Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nähert sich weiter der Stadt Monschau an der Grenze zu Belgien. Am späten Abend mussten dort rund 30 Bewohner ihre Häuser verlassen. Die Flammen stünden nur noch rund 300 Meter vor den Gebäuden in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell. Die Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht, um die gefährdeten Häuser vor den Flammen zu retten. "Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben", sagte Schell. Im Minutentakt fuhren in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden. Einige Menschen applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug. In einer Schule wurde eine Notunterkunft für die Bewohner eingerichtet, die ihre Häuser verlassen mussten. Die meisten seien jedoch bei Freunden oder Verwandten untergekommen, sagte der stellvertretende Bürgermeister Franz-Karl Boden. Unterdessen kämpft auch die Feuerwehr in Belgien weiter gegen die Brände. Allerdings gestalten sich die Löscharbeiten dort schwierig. Besonders zu schaffen macht den Einsatzkräften das zerklüftete Gelände im Naturschutzgebiet Hohes Venn sowie die ständig drehenden Winde. Zudem befinden sich in der Region ausgedehnte Torfmoore, die zum Teil bereits von den Bränden erfasst wurden. Das erschwert die Brandbekämpfung zusätzlich, weil sich die Glutnester teils unter der Erde befinden. Es werde Wochen dauern, bis die glimmenden Torfschichten vollständig gelöscht seien, sagte Schell. Seit gestern sind auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen zur Unterstützung in Belgien. Andere europäische Länder schickten ebenfalls Hilfe. Aus den Niederlanden sind zwei Löschhubschrauber im Einsatz sowie zwei Löschflugzeuge aus Schweden, schrieb der belgische Innenminister Bernard Quentin auf X. Auch Feuerwehrleute aus Luxemburg unterstützten bei der Brandbekämpfung. Die belgischen Streitkräfte stellten sechs Löschfahrzeuge und einen Tankwagen zur Verfügung, teilte Verteidigungsminister Theo Franken mit. Mit einem betroffenen Gebiet von rund 3.000 Hektar, ist der Waldbrand der größte in der Geschichte Belgiens. Im Hürtgenwald in NRW hat die Feuerwehr die Flammen inzwischen unter Kontrolle gebracht. Dort hatten rund 2.000 Bewohner des Ortsteils Gey der Gemeinde Hürtgenwald am Freitag ihre Häuser verlassen müssen. Seit Samstagabend können sie jedoch wieder zurückkehren. Die Löscharbeiten dort dauern jedoch weiter an. Bis alles endgültig gelöscht sei, werde noch einige Zeit vergehen, teilte Dürens Landrat Ralf Nolten mit. Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden. Ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar großen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls im Einsatz. Auch in Gebhardshain im Westerwald mussten Anwohner um ihre Häuser fürchten. Bis auf 20 Meter nährten sich dort die Flammen eines Waldbrandes den ersten Gebäuden. Eine Straße mit 20 Haushalten musste evakuiert werden. Am Abend kam dann jedoch die Entwarnung: "Ein Übergreifen der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern", teilte der Kreis Altenkirchen auf Instagram mit. Das Feuer habe "in die gewünschte Richtung gelenkt" werden können. Der Einsatz soll aber noch bis weit in den Montag hinein andauern. Vier Einsatzkräfte wurden verletzt, einer kam ins Krankenhaus. Zumindest in Rheinland-Pfalz wird für diese Woche mit einer Entspannung der Lage gerechnet. Das Risiko für Waldbrände schwächt sich dort in den kommenden Tagen voraussichtlich ab. Laut dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes wird am Montag an den meisten Stationen eine mittlere bis geringe Gefahr erwartet.