Großbrand in Naturschutzgebiet: Waldbrand im Hohen Venn: Feuer rückt näher

Datum17.08.2026 03:12

Quellewww.zeit.de

TLDREin Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt auf die erste Wohnbebauung in Deutschland vor. Rund 30 Bewohner wurden vorsorglich evakuiert. Feuerwehrleute hoffen, die Häuser durch Bewässern der umliegenden Wiesen retten zu können. Der Brand, der bereits seit Freitag beobachtet wird, ist der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Die Löscharbeiten dauern an und werden voraussichtlich noch Wochen andauern, insbesondere wegen des darunter glimmenden Torfs.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Großbrand in Naturschutzgebiet“. Lesen Sie jetzt „Waldbrand im Hohen Venn: Feuer rückt näher“. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt auf die erste Wohnbebauung auf deutschem Gebiet vor. Die Flammen stünden etwa 300 Meter vor den vor einigen Stunden evakuierten Gebäuden, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren gegen 22.00 Uhr evakuiert worden. Die Brandbekämpfer hoffen dennoch, sie retten zu können: "Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben." Gegen 16.00 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen. Der Einsatz sei bereits vorbereitet gewesen. "Wir beobachten das Feuer schon seit Freitag."  Im Minutentakt rauschen in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen, der mal stärker aufleuchtete und dann wieder schwächer wurde.  Der Kampf gegen die Flammen werde die ganze Nacht fortgesetzt. "Wir ziehen durch", sagte Schell. Auf einem Garagendach beobachteten Schaulustige das Geschehen und applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.  Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch große Wassertanks ständig aufgefüllt für die Löschfahrzeuge, die die Flammen direkt bekämpfen. Das Wasser müsse von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden. Von der angeordneten Evakuierung mehrerer Straßenzüge in Kalterherberg sind nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 30 Menschen in 17 Häusern betroffen. Nicht nur das Feuer, auch der Rauch sei gesundheitsgefährdend. In einer Schule in Simmerath wurde eine Notunterkunft für Betroffene eingerichtet.  Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend. Es handelt sich mit rund 3.000 Hektar Fläche um den größten Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeit Schell: "Das wird eine wochenlange Aktion werden." © dpa-infocom, dpa:260817-930-539697/1