Shimon Stein: Ehemaliger israelischer Botschafter fordert Vorgehen gegen Israel

Datum17.08.2026 02:44

Quellewww.zeit.de

TLDRDer ehemalige israelische Botschafter Shimon Stein fordert von der deutschen Bundesregierung ein härteres Vorgehen gegen Israels Regierung. Er plädiert für Sanktionen gegen rechtsextreme Minister und Maßnahmen gegen Waren aus Siedlungen im Westjordanland, um die fortschreitende Annexion zu stoppen. Stein kritisiert die Fixierung auf die Zweistaatenlösung und schlägt offenere Modelle vor. Seiner Meinung nach muss Israel davon abgehalten werden, Fakten zu schaffen, die eine politische Lösung verhindern. Bezüglich Gaza unterstützt er den Ansatz, die Hamas von der Zukunft auszuschließen.

InhaltDie deutsche Bundesregierung soll einen härteren Kurs gegenüber Israels Regierung fahren. Das fordert der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein. Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, hat von der Bundesregierung ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Regierung von Benjamin Netanjahu gefordert. "Der deutsche Außenminister sollte nicht nur Erwartungen formulieren, sondern auch Konsequenzen ziehen, wenn Israel sich nicht an Vereinbarungen hält", sagte Stein dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Deutschland könnte für Sanktionen gegen die rechtsextremen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir eintreten – sowie für Maßnahmen gegen Waren aus den Siedlungen im Westjordanland." In Bezug auf den Siedlungsbau im Westjordanland sei Deutschland zu zurückhaltend. Israel müsse daran gehindert werden, durch den fortschreitenden Siedlungsbau Fakten zu schaffen, die eine politische Lösung unmöglich machten, sagte Stein. Dabei sei die deutsche Regierung zu sehr auf die Zweistaatenlösung fixiert. Diese "soll und muss das Fernziel bleiben. Deutschland kann auch für andere Modelle offen sein, eine israelisch-palästinensische Konföderation zum Beispiel", regte Stein an. Die "fortschreitende Annexion, die heute stattfindet", müsse gestoppt werden. "Vor der Wahl – oder unmittelbar danach – sollte Deutschland seine Erwartungen an die Regierung klar und unmissverständlich formulieren", sagte Stein. Das israelische Parlament wird am 27. Oktober neu gewählt. In Bezug auf Gaza ist der Ansatz der Bundesregierung nach Ansicht Steins richtig. "Hamas kann nicht Teil der Zukunft Gazas sein – und eine Rückkehr zur Lage vor dem 7. Oktober kann es nicht geben."