Datum17.08.2026 01:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Trump ordnet eine Reduzierung der gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea an. Er begründet dies mit seiner "sehr guten Beziehung" zu Kim Jong Un und bezeichnet die Übungen als "feindseliges Signal". Trump deutet an, dass die Übungen künftig ganz entfallen könnten und bemängelt die Kosten. Diese Entscheidung steht im Kontrast zur offiziellen US-Politik der Denuklearisierung Nordkoreas.
InhaltStreitkräfte aus den USA und Südkorea trainieren regelmäßig gemeinsam. Präsident Trump nennt das nun ein "völlig unangemessenes und feindseliges Signal" an Nordkorea – und gibt seinem Verteidigungsminister neue Anweisungen. US-Präsident Donald Trump will mit Verweis auf seine "sehr gute Beziehung" zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine unmittelbar bevorstehende gemeinsame Militärübung mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen lassen. Zudem ließ er durchklingen, dass die seit Jahren üblichen Manöver mit den südkoreanischen Streitkräften künftig ganz entfallen könnten. Er sei nicht glücklich darüber, dass die USA vor langer Zeit solchen gemeinsamen Übungen zugestimmt hätten, schrieb Trump auf Truth Social. Diese sendeten ein "völlig unangemessenes und feindseliges Signal" an ein Land, das – solange er Präsident gewesen sei – keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe. "Deshalb, und weil es zu spät für eine Absage ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren!" US-Verteidigungsminister Hegseth lässt sich "Kriegsminister" nennen. Südkorea und die USA trainieren jährlich zusammen, um ihre Verteidigungsfähigkeit zu festigen. An diesem Montag beginnt die Übung "Ulchi Freedom Shield". Sie dauert bis zum 27. August und dient offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen Nordkorea. Erst am Samstag hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit Kim verbreitet und das gute Verhältnis zu ihm betont. In seinem neuesten Post schrieb der US-Präsident auch, dass die Militärübungen mit Südkorea kostspielig seien und ein Großteil der Kosten von den USA getragen werde. Trump erwähnte zudem, dass Südkoreas Präsident Lee Jae-myung kürzlich seine Bitte abgelehnt habe, sich den Bemühungen um eine Denuklearisierung Irans anzuschließen. Der US-Präsident suchte immer wieder Kontakt zu Kim und traf ihn während seiner ersten Amtszeit mehrfach zu Gesprächen. Beim Gipfeltreffen in Hanoi 2019 reiste Kim nach einem diplomatischen Eklat vorzeitig ab. Als Trump in seiner zweiten Amtszeit im Herbst 2025 auf Asienreise war, äußerte er Interesse an einem weiteren Treffen mit Kim, das seither aber nicht zustande kam. Bislang hält die US-Regierung an ihrem erklärten Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abzurüsten. Das weitgehend abgeschottete Land wird wegen seines Atomprogramms mit weitreichenden Uno-Sanktionen sowie zusätzlichen US-Sanktionen belegt. So ist es Nordkorea gemäß Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern. Dass es zuletzt trotzdem erneut mehrere nordkoreanische Raketentests gab, werteten Expertinnen und Experten als Machtdemonstration und Zeichen des Protests gegen die jährlichen Militärübungen der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte. Mehr über Kim Jong Uns Machtfülle erfahren Sie hier .