Datum16.08.2026 20:32
Quellewww.zeit.de
TLDRSahra Wagenknecht fordert Björn Höcke zu einer öffentlichen Debatte über einen überparteilichen Ministerpräsidenten in Thüringen auf. Sie kritisiert die aktuelle Regierungskoalition und will den "Brandmauer-Irrsinn beenden". Höcke hatte zuvor angeboten, Wagenknecht zur Ministerpräsidentin zu verhelfen, was sie als unehrlich bezeichnete. Der Artikel beleuchtet die politischen Spannungen in Thüringen, insbesondere zwischen dem Landes-BSW und der Bundesspitze.
InhaltSahra Wagenknecht fordert einen neuen Ministerpräsidenten in Thüringen. Sie appelliert an Björn Höcke, öffentlich über einen überparteilichen Kandidaten zu debattieren. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat Thüringens AfD-Chef Björn Höcke erneut zu einem direkten öffentlichen Streitgespräch über einen überparteilichen Ministerpräsidenten in Thüringen aufgefordert. In einer Videobotschaft auf X sagte Wagenknecht, sie habe Höcke bereits vor Tagen ein "sehr einfaches Angebot" gemacht: "Sie und ich live, neutraler Moderator, keine vorbereiteten Reden". "Wir sollten reden über meinen Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten, den Sie ja inzwischen auch gut finden", forderte die BSW-Gründerin Höcke auf. Thüringen brauche "einen neuen Regierungschef, der glaubwürdig ist und den Brandmauer-Irrsinn beendet". Um dies zu besprechen, solle der Thüringer AfD-Chef sich "ein Herz" fassen. "Gerade Sie, der Sie so viel Wert auf Männlichkeit legen, wollen doch sicher nicht als Feigling dastehen", schloss Wagenknecht ihre Videobotschaft. Vor dem Hintergrund des BSW-internen Streits in Thürigen hatte Höcke am Donnerstag gesagt, Wagenknecht solle sich mit Hilfe der AfD zur Ministerpräsidentin des Bundeslandes wählen lassen. "Meine Fraktion und ich sind bereit, Ihnen dafür den Weg freizumachen", hatte Höcke in Erfurt gesagt. "Lassen Sie uns politische Geschichte schreiben und die Brandmauer in Thüringen gemeinsam einreißen. Nicht irgendwann nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, sondern genau jetzt." In Thüringen regiert die CDU von Ministerpräsident Mario Voigt seit der Landtagswahl 2024 gemeinsam mit SPD und BSW in einer Dreierkoalition. Da sie ohne absolute Mehrheit regiert, arbeitet sie im Landtag mit der Linken zusammen. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD um Höcke ist stärkste Fraktion. Zwischen dem thüringischen Landes-BSW auf der einen und Wagenknecht sowie dem Bundes-BSW auf der anderen Seite gibt es Spannungen. Grund ist, dass der Landesverband gegen den Willen der Bundesspitze in Voigts Koalition eingetreten war. Mit Blick auf diese Umstände hatte Wagenknecht Höckes Angebot am Donnerstag als "weder ehrlich noch seriös" kritisiert. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.