SPD-Chef: Klingbeil wirbt in SPD um Unterstützung für Regierungskurs

Datum16.08.2026 17:25

Quellewww.zeit.de

TLDRSPD-Chef Lars Klingbeil verteidigt angesichts schwacher Umfragewerte den Regierungskurs seiner Partei. Er appelliert an die Genossen, Kompromissbereitschaft zu zeigen und sich auf die Bewältigung wichtiger politischer Herausforderungen wie Gesundheit, Rente und Steuern zu konzentrieren. Klingbeil betont, dass Stillstand keine Option sei und die SPD stolz auf bereits erreichte Ziele sein könne. Er wirbt um gemeinsamen Zusammenhalt, um zu verhindern, dass Extremisten von innerparteilichen Streitigkeiten profitieren.

InhaltInmitten schwacher Umfragewerte hat Lars Klingbeil den Regierungskurs der SPD gerechtfertigt. Seine Parteikollegen ruft er zu Kompromissbereitschaft auf. SPD-Chef Lars Klingbeil hat angesichts schwacher Umfragewerte und interner Kritik für den Kurs seiner Partei in der schwarz-roten Bundesregierung geworben. "Wir alle machen uns Gedanken, wie wir stärker werden können", sagte der Vizekanzler bei einer Veranstaltung der rheinland-pfälzischen SPD in Haßloch. Es gehe dabei aber gerade nicht um Sonderparteitage. "Es geht um die Frage, die wir uns alle in fünf oder zehn Jahren beantworten müssen: Was haben wir eigentlich damals gemacht, als die Rechtsextremen in Deutschland die Macht übernehmen wollten?" Klingbeil argumentierte: "Wir müssen Kompromisse machen, liebe Leute." Dabei gelte es, etwa bei Gesundheit, Rente und Steuern hart zu ringen. Am Status quo festzuhalten, sei keine Möglichkeit. "Wenn du seit viereinhalb Jahren kein Wirtschaftswachstum hast, wenn die Vertreter der Gewerkschaften aus der Industrie vor dir stehen und sagen, bei uns werden Tausende Arbeitsplätze abgebaut, da kannst du dich als Sozi nicht zurücklehnen und sagen, wir machen nix." In der SPD rumort es angesichts schwacher Umfragewerte, was die Aufstellung und Ausrichtung der Partei anbelangt. An der SPD-Basis waren zuletzt Rufe nach einem Sonderparteitag und Forderungen an Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas aufgekommen, sich zwischen ihren Funktionen als Parteivorsitzende und ihren Ministerämtern zu entscheiden. Für ihn sei das Entscheidende, dass die demokratische Mitte zeige: "Wir bringen unser Land auf Vordermann, und wir zerstreiten uns nicht so, dass am Ende die, die es mit Deutschland nicht gut meinen, die unser Land kaputt machen wollen, die Populisten, die Spalter, die Hetzer, dass die am Ende davon profitieren", sagte Klingbeil weiter. Die SPD könne stolz auf durchgesetzte Vorhaben wie die Stabilisierung des Rentenniveaus, Tarifpflicht für öffentliche Aufträge und das Milliarden-Sondervermögen für die Infrastruktur sein. Klingbeil warb um Rückhalt für seinen Kurs und das Ringen um den besten Weg in schwierigen Zeiten. "Das funktioniert nur, liebe Genossinnen und Genossen, wenn wir das zusammen machen. Nicht zwei vorne, sondern alle miteinander zusammen." Die SPD sollte immer den Anspruch haben, dass Deutschland ein starkes Land bleibe und Sozialdemokraten ihren Teil dazu tun. "Ich stehe dafür, ich will diesen Weg gemeinsam mit euch gehen."