Datum16.08.2026 16:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Waldbrandlage in Nordrhein-Westfalen entspannt sich. In Hürtgenwald sind die offenen Flammen gelöscht und Evakuierte können zurückkehren. In Monschau droht keine unmittelbare Gefahr mehr durch die belgische Brandfront, jedoch besteht weiterhin eine starke Rauchbelastung. Behörden warnen vor Rauch und empfehlen Vorsichtsmaßnahmen, eine Evakuierung ist vorerst nicht nötig. Wissenschaftler sehen im Klimawandel eine Ursache für vermehrte Waldbrände.
InhaltNach den Großbränden in Hürtgenwald dürfen evakuierte Menschen in ihre Häuser zurückkehren, auch in Monschau kehrt etwas Ruhe ein. Die Behörden warnen jedoch vor starker Rauchbelastung. In den von Waldbränden betroffenen Städten Monschau und Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage etwas entspannt. In Hürtgenwald in der Eifel gibt es nach offiziellen Angaben keine offenen Flammen mehr. Im etwa 20 Kilometer entfernten Monschau bewegte sich die Feuerfront aus dem belgischen Hohen Venn zwar nah an die Stadt heran. Man rechnet dort aber nicht mit einem Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. Das Feuer im Hohen Venn war am Freitag ausgebrochen. Das gesamte Gebiet an der deutschen Grenze war am Sonntag in dichten, gelblichen Rauch gehüllt, der kilometerweit zu sehen war. Innerhalb von 24 Stunden habe sich die verbrannte Fläche auf fast 3000 Hektar verdoppelt, teilten die Behörden in Belgien mit. Eine Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau – Mützenich und Kalterherberg – mit rund 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern sei aktuell nicht erforderlich, hieß es aus der Stadt. "Es zeichnet sich eine vorsichtige Entspannung ab", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. In der Nacht zu Sonntag waren Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Ortsteile zunächst aufgerufen worden, sich als Vorsichtsmaßnahme auf eine Evakuierung vorzubereiten. Die Feuerfront war am Sonntagmittag offenbar nur knapp zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird", hieß es auf der Homepage der Stadt. Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, Teile des Brandes in Richtung Monschau seien unter Kontrolle. Es sei weniger die Feuerfront, die aktuell Sorge bereite, sagte die Stadtsprecherin, sondern die Rauchbelastung. Jeder Bürger und jede Bürgerin könne selbst entscheiden, ob er oder sie Haus oder Wohnung vorsorglich vorübergehend verlasse. Wer Unterstützung brauche, könne sich an die Stadt wenden, eine Anlaufstelle stehe zur Verfügung. Für eine Anordnung bestehe kein Anlass, das sei allerdings eine "Momentaufnahme". Entwarnung gab es auch im großen Waldbrandgebiet in der Eifel bei Hürtgenwald. "Die Löscharbeiten laufen noch, doch die Lage entspannt sich weiter", erklärte der Kreis Düren. Nach der Evakuierung des Ortsteils Gey konnten die rund 1800 betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Am Sonntag waren noch etwa 900 Einsatzkräfte vor Ort, die vorrangig die Glutnester eindämmen sollten. Das gesamte Gebiet sei von einer drei Meter breiten Schneise umgeben, sodass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten. Der Brand bei Hürtgenwald war der bislang größte in Nordrhein-Westfalen seit der Datenerhebung. Der vom Menschen verursachte Klimawandel sorgt nach Einschätzung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für längere Hitzewellen und Dürren. Diese trocknen die Vegetation aus und begünstigen so Waldbrände. Wie die Evakuierung für Bewohnerinnen und Bewohner in der Gemeinde Hürtgenwald ablief und wie es ihnen geht, lesen Sie hier.