Datum16.08.2026 15:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRIran hat einen Mann im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten hingerichtet, weil er angeblich mit seinem Auto in Polizisten gefahren sein soll. Der Vorfall ereignete sich im Januar in Karadsch, sieben Polizisten wurden verletzt. Das Revolutionsgericht verurteilte ihn zum Tode, die Tat wurde als "operative Handlung" gegen Israel und die USA eingestuft. Iran setzt die Todesstrafe, kritisiert von Menschenrechtsorganisationen, zur Einschüchterung ein.
InhaltIran hat erneut einen Mann im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten hinrichten lassen. Ihm wurde vorgeworfen, mit seinem Auto in eine Gruppe von Polizisten gefahren zu sein. In Iran ist ein Mann hingerichtet worden, der bei Protesten gegen die Regierung gezielt mit seinem Auto in Polizisten gefahren sein soll. Das Todesurteil sei am frühen Morgen vollstreckt worden, meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim. Der Vorfall mit dem Auto hatte sich den Angaben zufolge am 8. Januar in der Stadt Karadsch ereignet. Dem Mann wurde vorgeworfen, mit seinem Auto in eine Gruppe von Polizisten gefahren zu sein. Dabei wurden sieben von ihnen verletzt. Ein Polizist lag einem Bericht zufolge drei Monate lang im Koma. Das Revolutionsgericht in Karadsch verurteilte den Mann daraufhin zum Tode, sein Vermögen wurde eingezogen. Die Behörden werteten die Tat als "operative Handlung" zugunsten Israels, der USA und feindlicher Gruppen nach dem iranischen Spionagegesetz. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil. Die Proteste waren Ende Dezember 2025 wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2159 Menschen in Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Kontext des Irankriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.