Russischer Angriffskrieg : Viktor Orbán ruft Ukraine zu Zugeständnissen gegenüber Russland auf

Datum29.11.2025 02:17

Quellewww.zeit.de

TLDRUngarns Regierungschef Viktor Orbán fordert die Ukraine zu Zugeständnissen gegenüber Russland, einschließlich Gebietsabtretungen, um den Konflikt zu beenden und die Ukraine wieder als "Pufferstaat" zu etablieren. Er warnt, dass Verzögerungen beim Frieden der Ukraine schaden werden. Orbán unterstützt zudem die Integration Russlands in die Weltwirtschaft und kritisiert die EU-Position. Sein überraschender Besuch bei Wladimir Putin löste Kritik aus, da er ohne europäisches Mandat handelte, während Ungarn weiterhin von russischen Energieimporten abhängig ist.

InhaltUngarns Regierungschef Viktor Orbán hält Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland für unumgänglich. Die Ukraine müsse wieder zu einem "Pufferstaat" werden, meint er. Ungarns Regierungschef Viktor Orbán hat die Ukraine zu Zugeständnissen gegenüber Russland aufgerufen. Gebietsabtretungen bezeichnete er als unumgänglich. "Russland behält jenes Territorium, das auf einer internationalen Friedenskonferenz ausgehandelt wird, und alles westlich dieser Linie – bis zur östlichen Nato-Grenze – bildet das Territorium des ukrainischen Staates, der erneut als Pufferstaat existieren würde", schlug Orbán gegenüber der Welt am Sonntag vor. Die Zeit spiele Russland in die Hände, daher müsse die Ukraine zu Zugeständnissen bereit sein, sagte Orbán weiter. "Je länger der Frieden hinausgezögert wird, desto mehr Menschen und Territorien wird die Ukraine verlieren." Es sei an der Zeit, Illusionen aufzugeben und der Realität ins Auge zu sehen, wie sie im ursprünglichen amerikanischen Plan für ein Ende der Kämpfe in der Ukraine dargestellt sei, führte Orbán weiter aus. Er unterstützte zudem den Vorschlag im US-Plan, Russland wieder in die Weltwirtschaft zu integrieren und Sanktionen aufzuheben. Der ursprüngliche US-Plan mit 28 Punkten hätte der Ukraine erhebliche Gebietsverluste und eine Obergrenze für ihre Truppenstärke aufgezwungen. Demnach hätte sich die Ukraine verpflichten müssen, auf einen Nato-Beitritt zu verzichten. Europäische Verbündete hatten kritisiert, der Plan sei zu stark an Russlands Forderungen orientiert. Nach Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine und führenden europäischen Staaten wurde der Plan geändert. Der ungarische Ministerpräsident war am Freitag überraschend für ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin nach Moskau gereist. Orbán hatte dabei angekündigt, Ungarn wolle weiterhin Öl und Gas aus Russland kaufen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat das Treffen deutlich kritisiert: Orbán fahre "ohne europäisches Mandat, und er fährt ohne eine Abstimmung mit uns". Ungarn ist einer der letzten verbliebenen Verbündeten Russlands in der EU und hängt stark von russischen Energieimporten ab.