Datum16.08.2026 11:25
Quellewww.zeit.de
TLDREine Woche vor dem Pokalspiel gegen Braunschweig hat Union Berlin weiterhin Abwehrprobleme. Im Testspiel gegen Ipswich Town kassierte das Team vier Gegentore. Trainer Mauro Lustrinelli bleibt gelassen und sieht die Probleme als Teil des Anpassungsprozesses an das neue System und die neu formierte Abwehr. Trotz einiger Nachlässigkeiten zeigten die Berliner auch gute Ansätze. Der Trainer schließt weitere Transfers nicht aus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Eine Woche vor dem Pokal“. Lesen Sie jetzt „Union Berlin hadert mit Abwehr – Lustrinelli bleibt gelassen“. Die Abwehr-Sorgen sind bei Union Berlin und dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli auch im letzten Härtetest vor dem Pflichtspielstart nicht verschwunden. "Wir schaffen es im Moment nicht, über 90 Minuten unser Spiel auf den Platz zu bringen. Und dann bekommen wir zu einfach die Tore im Moment", sagte der 50-Jährige nach dem 2:4 (1:3) gegen Premier-League-Club Ipswich Town. "Die Spiele sind genau gemacht, um zu zeigen, wo wir in dem Moment sind", betonte der Schweizer. Aktuell sind die Berliner eine Mannschaft, die sich noch an das neue System mit Viererkette und hohem Pressing gewöhnen muss. Dazu kommen Abstimmungsprobleme in der neu formierten Abwehr. "Ich glaube, das ist normal, weil wir noch nicht oft zusammen gespielt haben – zumindest noch nicht mit der kompletten Mannschaft. Ich halte das also für normal, und es wird schon noch kommen", sagte der neue Innenverteidiger Zeno van den Bosch, der die Köpenicker vor 12.421 Fans im Stadion An der Alten Försterei 1:0 in Führung gebracht hatte. Gute Ansätze zeigten die Berliner immer wieder, doch eben auch viele Nachlässigkeiten. "Wir haben einige Fehler gemacht, vor allem im Strafraum, wo wir nicht zulassen dürfen, dass Spieler frei stehen", sagte der Kroate Josip Juranovic, der in der zweiten Hälfte in Unions bester Phase auf 2:3 verkürzt hatte. Bei hochsommerlichen Temperaturen wirkten die Engländer vor allem im ersten Durchgang zielstrebiger und insgesamt gefälliger. Union-Trainer Mauro Lustrinelli setzte erneut auf ein 4-4-2. Im Tor wechselten sich Carl Klaus und Matheo Raab zur Pause ab. Mit den Verteidigern van den Bosch und Marvin Friedrich sowie Angreifer Emmanuel Latte Lath standen alle drei Neuverpflichtungen in der Startelf. Auf den Außenbahnen erhielten zunächst Juranovic und Tom Rothe den Vorzug vor Christopher Trimmel beziehungsweise Derrick Köhn. Erneut nicht zum Einsatz kamen die angeschlagenen Angreifer Andrej Ilic und Oliver Burke sowie die Verteidiger Robert Skov und Stanley Nsoki. Auch Stamm-Torwart Frederik Rönnow ist weiterhin nicht einsatzfähig. Von zehn Vorbereitungsspielen konnte das Team lediglich drei gewinnen. Nur gegen den Brandenburg-Ligisten SV Grün-Weiß Lübben blieb Union ohne Gegentreffer. Aber dass die Umstellung auf Lustrinelli Zeit brauchen könnte, war den Verantwortlichen klar. "Wir haben uns entwickelt, gute Sachen funktionieren, und wir wissen auch, wo wir Fortschritte machen können", sagte der Trainer. Gelingt der Pflichtspielstart, sind die Ergebnisse in Testspiel in Windeseile vergessen. In der ersten Pokalrunde tritt Union am kommenden Sonntag bei Zweitligist Eintracht Braunschweig an. Am 29. August starten die Eisernen zu Hause gegen Frankfurt in die Bundesliga. Mit Blick auf das Personal war das Spiel gegen die Engländer auch ein Beispiel, in welch unterschiedlichen Welten sich Premiere League und Bundesliga auf dem Transfermarkt inzwischen bewegen. Aufsteiger Ipswich hat mehr als 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Unions Neuzugänge waren überwiegend ablösefrei, aus der eigenen Jugend oder per Leihe. Ob die Berliner auf dem Markt noch einmal tätig werden? "Es kann sein", sagte Lustrinelli zum Abschluss der Medienrunde. © dpa-infocom, dpa:260816-930-537342/1