Parasitenbefall: Pariser Filminstitut schließt Kinosäle wegen Bettwanzen

Datum29.11.2025 01:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Pariser Filminstitut Cinémathèque française schließt seine Kinosäle für einen Monat aufgrund von Bettwanzenbefall. Nach Berichten von Besuchern, die nach einer Vorführung des Films "Alien" gebissen wurden, werden alle Kinositze demontiert und gründlich mit heißem Dampf behandelt. Die Probleme mit Bettwanzen in Frankreich sind seit 2023 zunehmend aufgekommen, wobei die Hysterie möglicherweise von Russland angestachelt wurde. Bettwanzen sind wiedervermehrt ein Thema in Europa, da sie in bewohnten Räumen leben und Blut saugen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Parasitenbefall“. Lesen Sie jetzt „Pariser Filminstitut schließt Kinosäle wegen Bettwanzen“. Zwei Jahre nach der Aufregung um Bettwanzen in Frankreich schrecken die Parasiten in Paris erneut die Menschen auf. Wie das altehrwürdige französische Filminstitut mitteilte, schließt es seine Kinosäle wegen Hinweisen auf Bettwanzen für einen Monat. Um den Krabbeltierchen den Garaus zu machen, würden sämtliche Kinositze demontiert und anschließend mehrfach einzeln mit 180 Grad heißem Trockendampf behandelt, bevor sie systematischen Kontrollen durch Spürhunde unterzogen würden. Der Teppichboden werde mit derselben Sorgfalt behandelt, so das Filminstitut. Zu Hinweisen auf Bettwanzen in der Cinémathèque française kam es nach einem Bericht des Senders RTL ausgerechnet nach einer Vorführung des Science-Fiction-Horrorfilms "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" (1979), bei der auch die an dem Kultfilm beteiligte US-Schauspielerin Sigourney Weaver vor Ort war. Mehrere Kinobesucher teilten im Netz Fotos der mutmaßlichen Wanzen und berichteten, sie seien gebissen worden. "Man sah sie über die Sitze und Kleidung laufen", sagte Kinobesucher Madani Bendjellal der Zeitung "Le Parisien".  Ausgangspunkt der Aufregung um Bettwanzen im Sommer 2023 waren ebenfalls Hinweise aus einem Pariser Kino. Anschließend meldeten Menschen verstärkt vermeintliche oder tatsächliche Wanzen auch aus Zügen und anderen Orten - oft begleitet von entsprechenden Fotos der mutmaßlichen Parasiten. Frankreich warf später Russland vor, die Bettwanzen-Hysterie in Frankreich vor den Olympischen Spielen 2024 absichtlich in den sozialen Medien angefacht zu haben. Auch in Deutschland sind die vor Jahrzehnten noch quasi verschwundenen Wanzen wieder ein Thema, unter anderem durch das viele Reisen. Die Wanzen saugen Blut und leben in bewohnten geschlossenen Räumen. Sie verstecken sich etwa in Betten, Möbelfugen oder Ritzen. © dpa-infocom, dpa:251129-930-356760/1