Nordrhein-Westfalen: Bürger in Monschau sollen bis 10 Uhr Häuser verlassen

Datum16.08.2026 08:13

Quellewww.spiegel.de

TLDRAufgrund eines sich ausbreitenden Waldbrandes in Belgien werden Bürger in Teilen Monschaus (NRW) gebeten, ihre Häuser bis 10 Uhr zu verlassen. Die Rauchbelastung durch das Feuer im Hohen Venn könnte gesundheitsgefährdend sein. Rund 5000 Menschen sind betroffen, wobei eine Evakuierung vorerst nicht ausgeschlossen wird.

InhaltAufgrund der Ausbreitung eines Brandes in Belgien sollen Bürgerinnen und Bürger einiger Ortsteile der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau ihre Häuser räumen. Die Rauchbelastung könnte gesundheitsgefährdend sein. Die von einem Waldbrand bedrohte nordrhein-westfälische Stadt Monschau empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern einiger Ortsteile, ihre Häuser und Wohnungen wegen möglicherweise gesundheitsgefährdender Rauchbelastung vorübergehend zu verlassen. Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront in Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, teilte die Stadt am frühen Morgen auf ihrer Webseite mit . Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Den Einwohnern der Ortsteile Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs riet die Stadt, ihre Häuser bis 10.00 Uhr zu verlassen und bei Verwandten und Freunden unterzukommen. Für Menschen, die nicht eigenständig unterkommen, stellt die Stadt ab 07.00 Uhr eine Anlaufstelle zur Verfügung, wie es weiter hieß. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18.00 Uhr. Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen Stadt angespannt. Der Brand im Hohen Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt in der Nacht mit. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt und direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien. Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Nach aktuellem Stand gehe man von keiner Evakuierung aus. Die Einsatzkräfte hatten nach Angaben der Feuerwehr zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt. Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen – wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen. Dort durften die Bewohnerinnen und Bewohner bereits wieder in ihre Häuser zurückkehren. Mehr dazu lesen Sie hier. Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient.