Meinung: Nur gute Nachrichten: Eine Palästinenserin eröffnet ein Restaurant in Kairo für ihre Heimat

Datum16.08.2026 07:39

Quellewww.spiegel.de

TLDREine palästinensische Geschäftsfrau eröffnete ein Restaurant in Kairo, um die Küche ihrer Heimat und ein Stück Heimat für Palästinenser zu bieten. Der Artikel erwähnt auch die Erholung des Great Barrier Reefs, sinkende Hotelpreise in Deutschland, Fortschritte im Friedensprozess in der Türkei, neue Erkenntnisse über Hunde, Sternschnuppen und die Ruhe für Dobbys Grab. Außerdem werden Themen wie Hauspreise, Schwitzen beim Sport und Proteinbedarf thematisiert.

InhaltEine Palästinenserin bringt ihre Heimat nach Kairo. Dem größten Korallenriff der Welt geht es besser. Und: Hunde mögen Ihr Lächeln. Die guten Nachrichten der Woche. Herzlich willkommen zu Alles Gute, dem SPIEGEL-Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten. Schön, dass Sie da sind! Kann eine Küche trotzig sein? Ja, kann sie. Jedenfalls, wenn sie so viel erlebt hat wie die palästinensische. Was das bedeutet, wird klarer, wenn Sie Mona Al‑Ghalayini kennenlernen. Sie lebt in Kairo, genau wie meine Kollegin Dunja Ramadan. 2023 floh Al‑Ghalayini vor dem Krieg in Gaza nach Ägypten. In Gaza war sie die bekannteste Geschäftsfrau des Küstenstreifens, führte ein Unternehmen, investierte in Hotels, Restaurants, Import-Export-Firmen. "Ich gehe früh ins Bett, stehe früh auf, bin unverheiratet – Herrin über meine Zeit", sagt sie Dunja, als diese sie in ihrem neuen Restaurant in Kairo besucht. Denn lange hat es Al‑Ghalayini nicht ausgehalten, untätig in Kairo herumzusitzen. Stattdessen will sie den Ägyptern die Küche ihrer Heimat näherbringen – und den Exil-Palästinensern ein Stück Zuhause. "Es ist unsere Identität. Wenn wir aufhören zu kochen, hören wir auf, auf eine bessere Zukunft zu hoffen", sagt Al‑Ghalayini. Die Küche in Gaza speiste sich schon bevor Al‑Ghalayini floh nicht mehr von den Feldern, die im Krieg größtenteils zerstört wurden, sondern durch das, was Checkpoints, Importlisten und Luftangriffe übrig ließen. "Unsere Küche ist trotzig und oft scharf, damit man spürt, dass man noch lebt", hat Al‑Ghalayini Dunja erzählt. Ihr Restaurant in Kairo ist eine Liebeserklärung an etwas, das einen nie verlässt, auch – und erst recht nicht – wenn man nicht dort ist. Sein Zuhause. Ich empfehle Ihnen Dunjas Reportage sehr . Und ich wette: Danach werden Sie "palästinensische Restaurants" in Ihrer Umgebung googeln. Sinkende Preise Derzeit übernachten sehr viele Menschen in deutschen Hotels – und trotzdem fallen die Preise, Pleiten häufen sich. Für Reisende beginnt eine gute Zeit. Auch wenn unklar ist, wie lange sie anhält. Lesen Sie hier mehr . Erholung für KorallenDas weltberühmte Great Barrier Reef vor Australiens Ostküste erholt sich nach Jahren mit schweren Bleichen. Ein später Monsun kühlt das Wasser spürbar ab, den Nesseltieren geht es besser. Die Meldung lesen Sie hier. Fortschritte beim FriedenIn der Türkei schreitet der Friedensprozess mit der PKK voran. Das türkische Parlament hat ein Gesetz zur Wiedereingliederung von Mitgliedern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei beschlossen. Hier geht es zum Text. Lächeln für die HundeDer Wiener Neurowissenschaftler Raul Hernandez hat die Gehirne von Hunden untersucht. Und erstmals gezeigt: Die Tiere unterscheiden menschliche Gefühle viel genauer als bisher gedacht. Sie entspannt es etwa, wenn wir sie anlächeln. Zum Interview mit Hernandez geht es hier entlang . Sternschnuppen für SieKeine Sorge, falls Sie den Perseidensturm in der Nacht zum Donnerstag verpasst haben, haben Sie immer noch die Chance, in den Himmel zu schauen und sich etwas zu wünschen. Auch in den nächsten Nächten sind bei gutem Wetter noch viele Sternschnuppen zu sehen. Die Kurve flacht langsam ab und endet am 24. August. Mehr dazu hier. Ruhe für DobbyHauself Dobby war einer der Publikumslieblinge in der Harry-Potter-Reihe. Klar also, dass die Potter-Fans Protest erhoben, als wegen eines Energieprojekts Dobbys Grab in Wales verlegt werden sollte. Auch wenn es nur ein fiktives ist. Jetzt wurde die Kabeltrasse umgelegt, und Dobby kann weiter in Frieden ruhen. Alles dazu lesen Sie hier. Wie teuer ist ein Haus?Wollten Sie schon immer wissen, ob Ihr Hauskauf sich gelohnt hat? Oder: Ob Sie mit Ihrer Miete viel mehr ausgegeben haben, als Sie es für ein Haus getan hätten? Diese Frage hat sich mein Kollege Jens Radü gestellt. Hier erfahren Sie, was er herausgefunden hat . Wie viel Schweiß ist zu viel?"Wer viel schwitzt, ist untrainiert": Dieser Irrglaube hält sich hartnäckig in der Welt des Sports. Wie die Klimaanlage des Körpers funktioniert und wann er wirklich Alarm schlägt, hat ein Sportmediziner meinem Kollegen Bastian Midasch erklärt . Wie viele Proteine sind zu viel?Wenn man derzeit durch den Supermarkt läuft, sieht man sie überall: Proteine. So gut wie jedes Lebensmittel gibt es mittlerweile in Eiweißversion. Aber wie viele Proteine sind gut? Die Antwort lesen Sie hier . Welches Buch darf es sein? Vielleicht haben Sie Ihren Sommerurlaub ja noch vor sich. Falls ja, könnte die Longlist für den Deutschen Buchpreis Inspiration für die Urlaubslektüre bieten. Die Autorin dieses Newsletters hat sich sofort drei der 20 Bücher gekauft – auch wenn sie keinen Sommerurlaub mehr vor sich hat. Stelle ich Ihnen Michael Herrmann vor. Er findet, dass es eine gute Idee ist, mit einer Handvoll jugendlicher Straftäter im Freien ein Feuer zu entfachen und dann gemeinsam zu löschen. Und ich bin derselben Meinung, seitdem ich das Interview gelesen habe, das meine Kollegin Annette Langer mit ihm geführt hat. Herrmann ist Jugendrichter und Vegetationsbrandbekämpfer und hatte eine Idee: Warum nicht beides verbinden und den Insassen in der JVA Hameln einen Kurs anbieten? Die Ausbildung dauert drei Wochen und berechtigt zur Arbeit in allen Freiwilligen Feuerwehren Niedersachsens. Hier arbeiten die Insassen zusammen. Sie lernen, dass sie zusammenarbeiten müssen. Sonst brennt es weiter. Für viele ist der Abschluss eines der ersten Erfolgserlebnisse in ihrem Leben. Zwölf der 16 Jugendlichen, die bei Herrmann den Kurs absolviert haben, haben sich nach ihrer Entlassung einer Freiwilligen Feuerwehr angeschlossen. In der öffentlichen Debatte über junge Intensivtäter und Straftäter geht es um oft härtere Strafe, stärkere Sanktionen, darum, wie man ihnen möglichst gnadenlos zu verstehen gibt, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Herrmann sagt: "Wir können viel mehr bewirken, wenn wir uns intensiver mit den Jugendlichen beschäftigen." Ich empfehle Ihnen das Interview sehr . So. Und jetzt habe ich nur noch einen Auftrag für Sie: Genießen Sie die Sommertage und -temperaturen, bald ist der Herbst da. Pommes im Freien und Eis schmecken dann nur noch halb so gut. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Und wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen. Ihre Nadine Wolter, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL