Waldbrände in Belgien nähern sich deutscher Grenze – Lage bei Monschau spitzt sich zu

Datum16.08.2026 03:16

Quellewww.spiegel.de

TLDRWaldbrände in Belgien breiten sich rasch aus und befinden sich nur noch drei Kilometer von der deutschen Grenze bei Monschau entfernt. Die Stadt fordert rund 5000 Einwohner zur Vorbereitung auf eine mögliche Evakuierung auf. Die belgischen Behörden haben bereits eine Ortschaft evakuiert. Ein weiterer Brand im deutschen Hürtgenwald ist weitgehend unter Kontrolle, Glutnester erfordern jedoch weitere Löscharbeiten.

InhaltDie in Belgien lodernden Brände sind nur noch rund drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die nordrhein-westfälische Stadt Monschau bittet rund 5000 Menschen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland spitzt sich die Lage für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau zu. Die Feuerfront im Hohen Venn befinde sich nur noch rund drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt in der Nacht auf ihrer Webseite mit und rief weitere Ortsteile dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt. Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Menschen in den Ortsteilen Kalterherberg und Mützenich, hieß es weiter. Eine Sprecherin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus. Der Hohe Venn ist eine grenzübergreifende Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien. Die Stadt teilte weiter mit, vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden kann. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet. Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen – wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren. Bereits am Abend hatte die Stadt die Bewohner mehrerer Siedlungen aufgefordert, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg, teilte die Stadt auf Facebook und Instagram mit. Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2700 Hektar erfasst, was einer Fläche von umgerechnet fast 3800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen. Allerdings können die Menschen im Hürtgenwald vorerst aufatmen. Die Lage rund um den Ortsteil Gey in Hürtgenwald habe sich "so weit entspannt, dass die Menschen heimkehren können", hieß es am Samstagabend auf der Website des Kreises Düren. Die gut 1800 Bewohner hatten zuvor in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt. Befürchtungen, eine Gewitterfront mit Böen könnte das Feuer im Hürtgenwald neu entfachen, hätten sich nicht bewahrheitet. Zuletzt waren bis zu 1800 Einsatzkräften an der Löschung beteiligt. "Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus", sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Die Löscharbeiten würden voraussichtlich noch mehrere Tage dauern. Wie außergewöhnlich ist die aktuelle Waldbrandsaison, wo brennt es derzeit und wie viele Flächen sind den Flammen schon zum Opfer gefallen? Der fortwährend aktualisierte Überblick in Karten und Grafiken .