Datum15.08.2026 18:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRNew South Wales startet ein Waffenrückkaufprogramm, nachdem der antisemitische Angriff am Bondi Beach 15 Menschenleben gefordert hat. Besitzer von neu verbotenen Pistolen und Gewehren können ihre Waffen gegen eine Entschädigung von bis zu 1000 AUD abgeben, die dann zerstört werden. Ziel ist, die Sicherheit zu erhöhen und solche Anschläge zu verhindern. Andere australische Bundesstaaten könnten diesem Beispiel folgen.
InhaltNach dem antisemitischen Angriff bei einer Chanukka-Feier sollen Besitzer neu verbotener Pistolen und Gewehre ihre Waffen gegen Entschädigung abgeben. Andere australische Bundesstaaten könnten folgen. Der australische Bundesstaat New South Wales hat ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen gestartet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre Pistolen und Gewehre, die nach neuen Gesetzen verboten sind, gegen Geld bei den Behörden abgeben können. Das teilte Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag mit. Weitere australische Bundesstaaten sollen demnach folgen. Hintergrund der Maßnahme ist der antisemitische Schusswaffenangriff vor acht Monaten am Bondi Beach in Sidney. Der Anschlag war einer der folgenschwersten in Australiens jüngerer Geschichte. Am 14. Dezember hatten der 50-jährige Sajid Akram und sein Sohn Naveed während einer Chanukka-Feier in Sydney auf eine Menschenmenge geschossen. Dabei wurden 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Sajid Akram wurde von Polizisten erschossen. Sein Sohn befindet sich in Untersuchungshaft und muss sich wegen 15-fachen Mordes verantworten. Als Reaktion verschärfte New South Wales seine Waffengesetze. Im bevölkerungsreichsten australischen Bundesstaat darf künftig grundsätzlich niemand mehr als vier Schusswaffen besitzen. Für Landwirte gelten Ausnahmen. Besitzer weiterer Pistolen und Gewehre können diese nun an den Staat verkaufen. Pro Waffe sollen bis zu 1000 australische Dollar gezahlt werden, umgerechnet rund 612 Euro. Die Kosten teilen sich der Bundesstaat und die australische Zentralregierung. "Wir wollen, dass diese Waffen abgegeben, entschädigt und anschließend sicher zerstört werden", sagte der Premier von New South Wales, Chris Minns. Das Vorhaben sei groß, das Prinzip aber einfach: Weniger gefährliche Waffen bedeuteten ein sichereres New South Wales. Australiens Premierminister Anthony Albanese erklärte, alles müsse getan werden, damit sich ein antisemitischer Terroranschlag wie jener in Bondi nicht wiederhole. Dazu gehöre eine umfassende landesweite Reform des Waffenrechts. Der Start des Rückkaufprogramms hatte sich zuvor verzögert, auch wegen eines Streits über die Finanzierung.