Gesellschaft: Steinmeier fordert Sicherheit für queere Menschen

Datum15.08.2026 17:24

Quellewww.zeit.de

TLDRBundespräsident Steinmeier fordert nach einem Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin mehr Sicherheit und Selbstbestimmung für queere Menschen. Er betont, dass Angst und Anfeindungen, besonders gegen die queere Community, nicht toleriert werden dürften. Steinmeier ruft zu konsequenter Strafverfolgung, Schutz im öffentlichen Raum und Solidarität auf, um eine offene Gesellschaft zu verteidigen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesellschaft“. Lesen Sie jetzt „Steinmeier fordert Sicherheit für queere Menschen“. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin zum Eintreten für Selbstbestimmung und Sicherheit queerer Menschen auf. "In einer offenen Gesellschaft muss es allen möglich sein, ihren eigenen Weg zu gehen", schrieb das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für das Portal "Zeit Online" mit Blick auf CSD-Veranstaltungen in mehreren deutschen Städten an diesem Wochenende. Diese gelte "nicht nur ohne Angst, sondern auch mit Stolz; nicht nur im privaten Raum, sondern auch in der Öffentlichkeit." Steinmeier erklärte, der islamistisch motivierte Anschlag in Berlin sei "ein Anschlag auf uns alle, auf unsere offene Gesellschaft" gewesen. "Anscheinend können wir es nicht oft genug sagen: Nach unserer Verfassung und Überzeugung haben alle das Recht, über sich selbst zu bestimmen, gerade da, wo es um das Innerste jedes Menschen geht, um den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, um Liebe und Partnerschaft, um Körperlichkeit und Sexualität." Zugleich habe sich die Tat in ihrem ganzen Hass zuerst gegen schwule und lesbische Menschen und die ganze queere Community gerichtet. "Viele von ihnen haben inzwischen Angst. Denn sie tragen schon seit geraumer Zeit ein wachsendes Risiko, Opfer von feindlichen Herabsetzungen, Anfeindungen und Straftaten zu werden." Schon in den vergangenen Jahren seien Paraden zum CSD vor allem in kleineren Städten bedroht und angegriffen worden. Der Bundespräsident betonte: "Das können wir in einer wehrhaften Demokratie nicht dulden. Konsequente Strafverfolgung, Sicherheit im öffentlichen Raum, Schutz der Zivilgesellschaft, eine Bildungsoffensive, Solidarität und Empathie - die Liste der Aufgaben ist lang, sie ist eine Verpflichtung für uns alle." Am Rande des CSD in Berlin war am 25. Juli ein islamistischer Attentäter mit einem Wagen in eine Menschengruppe gefahren und hatte anschließend vermutlich mit einer Machete Anwesende attackiert. Bei dem Anschlag wurden eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. © dpa-infocom, dpa:260815-930-535136/1