Datum15.08.2026 16:24
Quellewww.zeit.de
TLDRDer 1. FC Nürnberg hat das Frankenduell gegen Greuther Fürth mit 4:2 gewonnen und ist vorläufig Tabellenführer der 2. Bundesliga. Nach zweimaligem Rückstand zeigte die Mannschaft Charakter und Geschlossenheit. Piet Scobel und Julian Justvan erzielten jeweils einen Doppelpack. Nürnbergs Torhüter Jan Reichert parierte zudem einen Elfmeter. Fürth verpasste trotz zweimaliger Führung und vergebener Großchancen den Sieg.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „2. Fußball-Bundesliga“. Lesen Sie jetzt „Comeback und Doppel-Doppelpack: Nürnberg bejubelt Derbysieg“. Nürnbergs Derby-Sieger ließen sich noch lange vor dem Fanbock feiern. Die Anhänger skandierten inmitten von rotem Pyro-Rauch immer wieder euphorisch: "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey hey!" Mit einem 4:2 (2:2)-Comeback-Erfolg hat der 1. FC Nürnberg nicht nur das Frankenduell bei Erzrivale Greuther Fürth gewonnen, sondern auch vorläufig Platz eins in der 2. Fußball-Bundesliga übernommen. "Kompliment an meine Mannschaft", sagte Coach Miroslav Klose. "Hier zweimal zurückzukommen, das ist Charakter und Geschlossenheit, und das haben wir ausgestrahlt." Zwei Siege in den ersten beiden Liga-Partien - das hatte der "Club" seit der Saison 2017/18 nicht mehr zustande gebracht. In einem ereignisreichen Duell avancierten die Doppelpacker Piet Scobel (26./74. Minute) und Julian Justvan (45.+3/54.) sowie Elfmeter-Killer Jan Reichert zu den Matchwinnern für die Gäste. "Diese Energie, die derzeit in der Mannschaft ist, und die Qualität, die wir auf den Platz bringen, das ist enorm viel wert", sagte Justvan. Fürth indes haderte mit dem Rückschlag trotz zweimaliger Führung durch zwei Treffer von Kapitän Felix Klaus (22./Handelfmeter/41.). Der Routinier wurde dann zum tragischen Helden, als er in der 63. Minute per Foulelfmeter an Reichert scheiterte und den Ausgleich vergab. "Heute war ein Sieg drin, deswegen bin ich so enttäuscht", sagte Klaus. Die 16.126 Zuschauer im ausverkauften Ronhof wurden bestens unterhalten. Einen starken Beginn der Gastgeber krönte Klaus vom Elfmeterpunkt; FCN-Verteidiger Tim Janisch hatte den Ball flapsig mit dem Arm gespielt. Die Fürth-Führung aber hielt nur kurz, ehe Scobel per Kopf aus kurzer Distanz ausglich. Der FCN-Stürmer hätte nachlegen können, traf schön freigespielt vor Torhüter Florian Hellstern aber nur die Querlatte (32.). Einen noch sehenswerteren Assist zeigte danach Fürths Dennis Srbeny, der aus arger Bedrängnis Klaus tief schickte und mit dem 2:1 durch den Kleeblatt-Kapitän belohnt wurde. Weil Klaus wiederum nur Augenblicke später aus nächster Nähe den Ball nicht an FCN-Schlussmann Reichert vorbeibrachte (44.) und das 3:1 verpasste, konnte Justvan in der Nachspielzeit auf Vorlage von Scobel ausgleichen. Der zweite Abschnitt begann mit einer Nürnberg-Drangphase und der Führung durch Justvan - vor dessen erfolgreichen Distanzschuss glänzte die Abwehr der Fürther allerdings durch Tatenlosigkeit. "Das war zum Teil Verweigerung", schimpfte Trainer Heiko Vogel über die Szene. Klaus hätte es ausmerzen können; seinen Strafstoß nach einem Foul von Eric Porstner an Shinta Appelkamp aber parierte Reichert. Für die Entscheidung sorgte dann noch mal Scobel. Vor dem 277. Frankenderby hatte der Fokus vor allem auf Nürnberg-Stürmer Mohamed Ali Zoma nach dessen Dreierpack beim 3:0 am ersten Spieltag gegen Dresden gelegen. Der Angreifer, der für einige Vereine aus dem Ausland interessant ist und den "Club" noch verlassen könnte, stand aber diesmal im Schatten seiner Doppelpack-Offensivkollegen Justvan und Scobel. © dpa-infocom, dpa:260815-930-534930/1