Früherer Cambridge Professor: Andy Burnham nennt Tod von Cambridge-Professor Arday »Tragödie«

Datum15.08.2026 15:14

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Tod des früheren Cambridge-Professors Jason Arday wird von Premierminister Andy Burnham als „Tragödie auf vielen Ebenen“ bezeichnet. Arday, der sich Plagiatsvorwürfen gegenüber sah und zurücktrat, wurde leblos aufgefunden. Seine Angehörigen sprechen von einer „Hetzkampagne“. Eine frühere Untersuchung hatte kein Fehlverhalten festgestellt. Arday wies die Vorwürfe zurück.

InhaltDer britische Premier zeigt sich bestürzt über den Tod des Ex-Cambridge-Professors Jason Arday. Dessen Angehörige sprechen von einer "Hetzkampagne". Der Tod des früheren Cambridge-Professors Jason Arday hat in Großbritannien Bestürzung ausgelöst. Der 41-Jährige war am Freitag leblos im Südwesten Londons aufgefunden worden. Premierminister Andy Burnham sprach bei einem Besuch in Cornwall von einer "Tragödie auf so vielen Ebenen, vor allem aber für alle, die Jason kannten". Jetzt sei nicht die Zeit für "voreilige Urteile". "Es ist ein Moment der Reflexion", sagte er, "wir alle denken heute an Jason, sein Wirken und an seine Familie und seine Freunde". Bildungsministerin Lucy Powell nannte die Nachricht auf X "schockierend". Menschen, die Suizidgedanken haben, bekommen bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Hilfe – entweder unter www.telefonseelsorge.de oder unter den Telefonnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Anrufe bei der Telefonseelsorge sind anonym und kostenlos. Sie werden weder auf der Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis erfasst. Weitere Hilfsangebote listet das Nationale Suizidpräventionsprogramm online auf. Auch Angehörige von Menschen in psychischen Krisen können sich an die Telefonseelsorge wenden. Schriftliche und telefonische Beratung bietet zudem der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen an. Arday war vergangene Woche von seiner Professur für Bildungssoziologie zurückgetreten, nachdem zahlreiche Medien ausführlich über Plagiatsvorwürfe berichtet hatten. Die Vorwürfe bezogen sich auf seine Doktorarbeit an der Liverpool John Moores University sowie auf weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen. Eine frühere Untersuchung der Hochschule in Liverpool hatte kein wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt. Arday selbst wies die Vorwürfe zurück. In seinem Rücktrittsschreiben nannte er den Schritt den "einzigen Weg, dieses Kapitel zu beenden". Der Rücktritt solle nicht als "Zustimmung zu den Darstellungen verstanden werden". "Kritik ist zwar ein unvermeidlicher Bestandteil des akademischen Lebens, doch was ich erlebt habe, geht weit über wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten hinaus." Angehörige sprachen nach Bekanntwerden des Tods von einer "anhaltenden Hetzkampagne" und einer "Kampagne der Falschinformationen", denen Arday ausgesetzt gewesen sei. Arday sei ein "sanftmütiger Mann" gewesen, der "immer das Beste in jedem sehen wollte", heißt es in einem Statement, das Ardays Verlag Simon & Schuster UK verbreitete. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.