Datum15.08.2026 15:06
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Rheinpegel in Kaub ist auf elf Zentimeter gestiegen, was eine leichte Entspannung der Niedrigwassersituation bedeutet. Die Engstelle bleibt jedoch problematisch und teilt den Rhein faktisch. Dies beeinträchtigt die Binnenschifffahrt stark, welche 80% des Güterverkehrs ausmacht. Laut Wirtschaftsweise Veronika Grimm werden die Transportprobleme voraussichtlich zu Preissteigerungen führen und kritisiert die mangelnde politische Voraussicht im Klimawandel.
InhaltDer derzeit niedrige Wasserstand auf dem Rhein bremst Schiffe aus und dürfte die Preise für Waren anziehen lassen. Nun ist der Pegel etwas nach oben geklettert. Die Niedrigwasser-Lage im Rhein hat sich am Samstag nicht weiter verschärft. Der Pegelstand an der besonders heiklen Engstelle Kaub am Mittelrhein stieg bis zum späten Vormittag leicht auf elf Zentimeter – nach sechs Zentimetern am Vortag, wie aus dem Monitoring der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins hervorging. Weil die meisten Schiffe diese flache Stelle nicht mehr passieren können, ist der Rhein faktisch zweigeteilt. Ein weiteres Sinken der Pegel hätte die Lage noch verschärft. Zu Wochenbeginn waren für den Wochenverlauf erstmals einstellige Pegelstände prognostiziert worden. Der Binnenschifffahrtsverband teilte daraufhin mit, dass die wichtigste Wasserstraße Deutschlands dann nicht mehr durchgängig befahrbar sei. Gut 80 Prozent der Transportmenge des Güterschiffsverkehrs geht über den Rhein, auf seinen 884 schiffbaren Kilometern von der Nordsee bis Basel. Neben dem Tourismus trifft der niedrige Wasserstand vor allem die Wirtschaftszweige, die großvolumige und schwere Güter oder große Mengen benötigen: Gerade Stahl, Treibstoff, Schüttgüter oder Erze werden weiterhin per Schiff transportiert, genauso wie viele der bei Lanxess und BASF benötigten Chemikalien. Lesen Sie hier mehr dazu, wie das Niedrigwasser Unternehmen lähmt und Verbraucher trifft. Durch die verursachten Transportprobleme dürften unter anderem die Preise steigen, prognostizierte zuletzt Wirtschaftsweise Veronika Grimm im "Kölner Stadt-Anzeiger". Mit Blick auf Anpassungen an den Klimawandel kritisierte Grimm eine mangelnde Weitsicht in der Politik. Die Auswirkungen der Trockenheit seien vorhersehbar. "Politik macht keinen guten Eindruck, wenn sie sich von Krise zu Krise hangelt und nicht systematisch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt."