Datum15.08.2026 14:02
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Polen wurde eine über 55 Meter hohe Marienstatue in Konotopie eingeweiht. Sie gilt als größte Marienfigur Europas und wurde von einem vermögenden Unternehmer gestiftet. Während lokale Bewohner auf Tourismus hoffen, gibt es auch Kritik, die das Bauwerk als übertrieben und geschmacklos bezeichnet. Polen hat bereits eine ähnliche, große Jesusstatue.
InhaltDas Bauwerk gilt als größte Marienfigur Europas: Ein Stifter hat in Polen eine gigantische Statue der christlichen Gottesmutter errichten lassen. Ein Dominikaner-Pater kritisiert das Projekt als "King Kong auf dem Feld". Ein riesiges Mariendenkmal ist in Polen mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht worden. Das neue Bauwerk mit einer Gesamthöhe von mehr als 55 Metern gilt als größte Marienfigur in Europa. Das "Denkmal für die Gottesmutter" steht in dem Dorf Konotopie bei Toruń, knapp 200 Kilometer nordwestlich von Warschau. Die Statue selbst ist 40,6 Meter hoch, ihr Sockel in Form einer Krone hat 15 Meter Höhe. Das Marien-Monument wurde von einem privaten Stifter errichtet. Der Unternehmer Roman Karkosik ist einer der wohlhabendsten Männer Polens. Der 75-Jährige hat es in der Autozuliefererbranche zu einem Vermögen gebracht und zählt zu den bekanntesten polnischen Börseninvestoren. Zu seiner Motivation für den Bau sagte der Multimillionär der "Financial Times", er habe die Statue "aus Dankbarkeit gegenüber Maria" errichten lassen. Das polnische Fachportal "Architektura Murator" schätzt die Baukosten auf umgerechnet 23 Millionen Euro. Die XXL-Maria von Konotopie ist nicht der erste große Sakralbau dieser Art in Polen. Bereits seit 2010 gibt es in Swiebodzin unweit der Grenze zu Deutschland eine riesige Jesusfigur. Die Statue lehnt sich an das berühmte Vorbild im brasilianischen Rio de Janeiro an. Die Figur misst mit Krone 36 Meter. Finanziert wurde dieses Projekt seinerzeit aus Spendengeldern. Während die Bürger in Konotopie vor allem auf einen Zustrom von Touristen und Pilgern hoffen, gibt es in der polnischen Öffentlichkeit auch Kritik an dem Bauwerk. So nannte der Dominikaner-Pater Paweł Gużyński die Statue einen "King Kong auf dem Feld". Das ganze Vorhaben sei eine Form des Tanzes um das goldene Kalb, sagte der Geistliche dem Sender Radio Z in Anspielung auf eine biblische Erzählung über Götzenverehrung.