Datum15.08.2026 13:20
Quellewww.zeit.de
TLDRDas temporäre Schwimmbad "Volksbad" vor der Berliner Volksbühne ist wieder geöffnet, nachdem eine geplante Veranstaltung für Schwarze Jugendliche abgesagt wurde. Die Absage erfolgte aufgrund rassistischer Drohungen und Sorgen um die Sicherheit der Teilnehmer. Das kostenlose Schwimmangebot steht nun wieder allen offen, Tickets sind online buchbar.
InhaltEin geplantes Event eines rassismuskritischen Vereins im Schwimmbad vor der Volksbühne wurde abgesagt. Jetzt lädt das "Volksbad" wieder zum kostenlosen Planschen ein. Das temporär vor der Berliner Volksbühne aufgebaute Schwimmbecken ist nach tagelanger Schließung und Debatten um eine abgesagte Veranstaltung eines rassismuskritischen Vereins wieder offen. Das "solidarische Anbaden" habe um 12 Uhr begonnen, sagte eine Sprecherin des Theaters. Die online kostenlos verfügbaren Tickets für diesen Samstag seien vergriffen, abhängig von den Kapazitäten seien aber eventuell auch spontane Besuche möglich. Seit etwa einer Woche steht vor der Volksbühne, einem der wichtigsten Theater Deutschlands, bis Anfang Oktober ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Freibad, das sogenannte Volksbad. Der Eintritt ist kostenlos, Tickets können vorab gebucht werden. Sonntag und Montag ist Ruhetag, am Dienstag geht die Aktion weiter. Seit dem vergangenen Dienstag war das Volksbad allerdings geschlossen. Zuerst verhinderten defekte Duschen den Badebetrieb. Dann sagten die Volksbühne und der Verein Each One Teach One (Eoto) eine für Freitag geplante Veranstaltung ab: Dabei sollten exklusiv Menschen der Schwarzen Community – insbesondere Kinder und Jugendliche – für einige Stunden vor dem Theater schwimmen können. Der Absage des Events waren teils rassistische Diskussionen und Drohungen vorausgegangen. Eoto sprach auf seiner Website von einem Klima, "in dem wir nicht mehr darauf vertrauen können, dass es eine positive Erfahrung für die jungen Menschen wird und dass die physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen im Volksbad gewährleistet werden kann – auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei". Seit Beginn der öffentlichen Diskussion erhalte der Verein rassistische Drohmails, Gewaltandrohungen sowie diskriminierende Kommentare auf Social Media. "Wir können daher nicht ausschließen, dass die Kinder und Jugendlichen an dem Tag weiteren Gefahren ausgesetzt wären", schrieb Eoto. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.