Unzufriedenheit in SPD: Berlins SPD-Landeschef fordert «Kurswechsel»

Datum15.08.2026 11:07

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Berliner SPD-Chef Steffen Krach fordert einen "Kurswechsel" in der Bundespolitik. Er kritisiert das Reformpaket der Regierung scharf, da es nach Meinung von 80 Prozent der Deutschen unausgewogen sei und soziale Gerechtigkeit gefährde. Insbesondere fordert er die Rücknahme der geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Krach lehnt interne Personaldebatten ab und betont die Notwendigkeit inhaltlicher Veränderungen, um die Wähler zurückzugewinnen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Unzufriedenheit in SPD“. Lesen Sie jetzt „Berlins SPD-Landeschef fordert "Kurswechsel"“. Berlins kommissarischer SPD-Chef und Spitzenkandidat Steffen Krach hat eine Änderung der Politik der Sozialdemokraten in der schwarz-roten Bundesregierung gefordert. "Wir müssen, glaube ich, insgesamt zu einem Kurswechsel kommen", sagte er im Deutschlandfunk.  "Wenn 80 Prozent der Deutschen sagen, dass das Reformpaket, was Anfang Juli vorgestellt wurde, in die falsche Richtung geht und zurzeit unausgewogen ist, dann kann man sich ja nicht hinstellen (...) und sagen, es ist alles richtig." Das gelte gerade für die SPD, die ja für soziale Gerechtigkeit stehen wolle. Krach forderte erneut, die geplanten Kürzungen beim Wohngeld rückgängig zu machen. "Das trifft häufig Alleinerziehende, viele Rentnerinnen und Rentner, die sich eben die Miete nicht mehr leisten können." Viele Menschen, die hart arbeiteten, benötigten den Zuschuss.  "Ich halte das wirklich für den absolut falschen Weg", sagte der SPD-Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zum Beschluss des Bundeskabinetts. "Und ich erwarte auch, dass das im parlamentarischen Verfahren noch geändert wird." Zur parteiinternen Debatte über eine mögliche Ablösung der SPD-Chefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil, die auch Minister in der Bundesregierung sind, äußerte sich Krach zurückhaltend. "Wir werden mit internen Personaldebatten niemanden überzeugen. Wir werden die Menschen wieder überzeugen mit Inhalten." In der SPD regte sich zuletzt viel Widerstand gegen die Politik ihrer Minister in der schwarz-roten Regierung. Im Raum stehen Vorstöße für einen SPD-Sonderparteitag im Herbst und Forderungen an Bas und Klingbeil, sich zwischen Parteivorsitz und Ministerämtern zu entscheiden.  Denkbarer Zeitpunkt für einen solchen Umbruch wäre nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (6. September), Mecklenburg-Vorpommern und Berlin (beide 20. September). Vor allem in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo Wahlkämpfer Krach unterwegs ist, steht die SPD in Umfragen schlecht da, aber auch auf Bundesebene. © dpa-infocom, dpa:260815-930-533789/1