Datum15.08.2026 02:48
Quellewww.zeit.de
TLDRDeutschland erwartet am Samstag extreme Hitze mit bis zu 38 Grad, außer im Nordwesten. Gewitter sind möglich, die Waldbrandgefahr bleibt hoch. Ab Sonntag kühlt es im Norden ab, im Süden bleibt es heiß. Intensivmediziner bezweifeln die offizielle Zahl der Hitzetoten, die laut Schätzung bei 12.500 liegt, und vermuten höhere Dunkelziffern.
InhaltViele Regionen müssen sich am Samstag auf Höchstwerte bis 38 Grad einstellen. Intensivmedizinerer halten die offizielle Zahl der Hitzetoten für zu niedrig. Deutschland steht am Samstag in weiten Teilen noch einmal ein sehr heißer Tag bevor, dann naht ein Wetterumschwung. Abgesehen vom kühleren Nordwesten erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) an vielen Orten Höchstwerte von 30 bis 38 Grad. Im Nordwesten bleibt es mit 22 bis 29 Grad deutlich weniger heiß. Nach heiterem Start ziehen vom Südwesten über den Westen bis in den Norden und Nordosten im Tagesverlauf Wolken auf, örtlich sind teils kräftige Schauer und Gewitter möglich. Dabei kann es lokal Sturmböen mit einer Geschwindigkeit bis etwa 90 Kilometer pro Stunde geben, vereinzelt auch Starkregen und Hagel. Im Südosten und Osten bleibt es dagegen lange sonnig und meist trocken. Erst am Nachmittag wird es dort wolkiger. Angesichts der anhaltenden Trockenheit bleibt die Waldbrandgefahr in vielen Regionen hoch. Abseits des Nordwestens ist am Samstag verbreitet mit hoher bis sehr hoher Gefahr zu rechnen. In der Nacht zum Sonntag kann es gebietsweise schauerartigen Regen und einzelne Gewitter geben. Am Sonntag setzt sich die Wetterumstellung fort: In der Südhälfte sind örtlich kräftige Schauer und Gewitter möglich, während es im Norden und in großen Teilen der Mitte größtenteils trocken bleibt – zugleich gehen die Temperaturen in der Nordhälfte auf 20 bis 27 Grad zurück, im Süden werden nochmals 28 bis 33 Grad erreicht. Der medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hält indes die RKI-Schätzung von rund 12.500 hitzebedingten Todesfällen in diesem Sommer für zu niedrig. "Es sind sicherlich mehrere Tausend Todesfälle mehr", sagte der Intensivmediziner der Funke Mediengruppe. Viele Fälle würden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe. Er gehe deshalb davon aus, dass die Zahlen des Robert Koch-Instituts "nicht die gesamte Dramatik abbilden". Das Robert Koch-Institut schätzt, dass die Hitze in Deutschland vom 6. April bis zum 2. August zu rund 12.500 Todesfällen geführt hat. Besonders viele Tote gab es demnach während der Hitzewelle vom 22. bis 28. Juni: Für diese Woche geht das RKI von rund 9.600 hitzebedingten Todesfällen aus.