Schwimm-EM: Gose, Köhler und Werner bejubeln Medaillen

Datum14.08.2026 21:25

Quellewww.spiegel.de

TLDRBei der Schwimm-EM in Paris gewann das deutsche Team acht Medaillen. Angelina Köhler holte Silber über 100m Schmetterling und zeigte sich nach Trainingsumstellung und mentaler Arbeit zufrieden. Isabel Gose sicherte sich Silber über 400m Freistil und ihre vierte EM-Medaille insgesamt. Maya Werner gewann Bronze, zum zweiten Mal hinter Gose. Lukas Märtens enttäuschte über 200m Freistil, hofft aber auf bessere Leistungen in den kommenden Rennen.

InhaltEx-Weltmeisterin Angelina Köhler versöhnt sich mit Paris. Isabel Gose steht zum vierten Mal auf dem Podest, wieder neben Maya Werner. Für Olympiasieger Lukas Märtens war sein Rennen vorbei, "ehe ich gefühlt im Wasser war". Das deutsche Schwimm-Team hat bei den Europameisterschaften sein Edelmetallkonto im Becken von Paris auf acht aufgestockt: Angelina Köhler und Isabel Gose gewannen Silber, Maya Werner freute sich über Bronze. Dabei feierte Köhler ihren zweiten Platz über 100 Meter Schmetterling wie einen Titel. "Das war der absolute Mega-Hammer. Endlich wieder so schnell geschwommen", sagte die 25-Jährige. Für die Berlinerin war es die erste Medaille bei einem internationalen Großereignis seit ihrem WM-Triumph 2024. Sowohl bei den Olympischen Spielen in Paris als auch im vergangenen Jahr bei der WM in Singapur war es für sie nicht so gelaufen, wie erhofft. Danach stellte Köhler Training und Ernährung um. "Ich habe viel auf Süßigkeiten verzichtet, viel auf Zucker, viel auf süße Getränke", sagte sie. "Das war für mich schon schwer. Aber das hat sich jetzt ausgezahlt." Köhler berichtete zudem von mentalen Schwierigkeiten in den vergangenen Tagen. "Ich habe so viel mental gearbeitet und das ist einfach die tollste Belohnung, dass es jetzt so klappt", sagte sie. "Ich habe mich selbst bestärkt", schilderte sie. "Ich habe gesagt, Angie, du kannst dir vertrauen, du bist das Schlitzohr hier. Du bist jemand, der hinten rauskommen kann. Dir kann niemand was." Mit ihrer Zeit von 56,39 Sekunden fehlten 31 Hundertstelsekunden zu Gold. Bei Gose war der Abstand nach ganz vorn größer. Der 24-Jährigen fehlten etwas mehr als drei Sekunden auf die italienische Siegerin Simona Quadarella. "Ich glaube, ich muss mir eingestehen, dass sie letzte und diese Saison schon etwas stärker ist als ich", sagte Gose in der ARD. Weil sich Werner Bronze sicherte, war die Besetzung des Podiums genauso wie über 800 Meter Freistil. "Ich kann es gerade noch gar nicht so in Worte fassen", sagte Werner über ihren Erfolg. Für Gose war es schon die vierte Medaille bei den Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt. Vor Silber über die zweitlängste Beckendistanz hatte sie im Freiwasser Gold im Knock-out-Sprint sowie mit der Mixed-Staffel gewonnen. Werner freute sich über ihr zweites Edelmetall. Goses Teamkollege beim SC Magdeburg Lukas Märtens konnte seine eigenen Erwartungen im Rennen über 200 Meter Freistil nicht erfüllen. Zumindest nach außen hin nahm der Olympiasieger über die doppelte Distanz das locker. "Ich wäre gern schneller hier gewesen, so zwei Sekunden", sagte er. Märtens schlug nach 1:45,58 Minuten an und belegte damit Rang sieben. Wäre er die gewünschten zwei Sekunden schneller geschwommen, hätte der 24-Jährige Gold gewonnen. Das ging so an den rumänischen Favoriten David Popovici. "Das Rennen war vorbei, ehe ich gefühlt im Wasser war – vom Kopf her", sagte Märtens. "Das ist natürlich schade, wenn man nicht auf den Punkt da sein kann, alles abwerfen kann, alles rauslassen kann." Am Sonntag soll das über 400 Meter besser gelingen.