Datum14.08.2026 19:37
Quellewww.spiegel.de
TLDREine 43-jährige Düsseldorferin wurde wegen Unterstützung der Terrorgruppe IS zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sie leitete eine Initiative zur Unterstützung inhaftierter IS-Anhänger und verschleierte Geldzahlungen als humanitäre Hilfe. Das Gericht sah eine verfestigte dschihadistische Einstellung und kritisierte ihr Verhalten im Prozess. Die Frau sammelte Spenden für prominente IS-Terroristen in Europa, darunter Paris-Attentäter. Sie bestreitet die Vorwürfe und kündigte Revision an.
InhaltEine 43-Jährige hat jahrelang europaweit gefangene IS-Terroristen und Anhänger unterstützt, unter anderem mit Geld. Nun wurde die Deutsche verurteilt. Die Betreiberin der europaweit aktiven IS-nahen Gefangenenhilfsinitiative "Free our sisters" ("Befreit unsere Schwestern") ist wegen Unterstützung der Terrorgruppe schuldig gesprochen worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verurteilte die Düsseldorferin zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Nadine D. habe sich um prominente inhaftierte IS-Terroristen in Deutschland, Österreich und Frankreich gekümmert, ihnen Spendengeld und Zuspruch zukommen lassen, damit sie dem IS die Treue halten. Sie habe eine verfestigte dschihadistische Einstellung, befürworte ein Kalifat und die Scharia in der Auslegung des "Islamischen Staats" (IS). "Sie haben sich in keiner Weise von ihrer radikalen Einstellung distanziert", kritisierte der Richter. Sie habe sich im Prozess sogar im Gegenteil "IS-konform verhalten". Die inhaftierten Terroristen hätten sich teilweise öffentlich für den Zuspruch bedankt, so etwa einer der Attentäter, die in Paris 2015 beim Überfall auf den Bataclan-Club an der Tötung von 131 Menschen beteiligt waren. Mit falschen Verwendungszwecken wie "Kinderkleidung" habe die Frau ihre Aktivitäten als humanitäres Engagement verschleiert. Nach Angaben ihrer Verteidiger hatte die Angeklagte mit dem gesammelten Geld lediglich Frauen und Kindern inhaftierter IS-Kämpfer helfen wollen. Dies sah das Gericht als widerlegt an. Die Konvertitin war im September 2025 in ihrer Düsseldorfer Wohnung festgenommen worden und kam in Untersuchungshaft. Ihr Verteidiger kündigte Revision gegen das Urteil und Beschwerde gegen die Haftfortdauer an. Das Gericht hatte den Haftbefehl auch nach elf Monaten Untersuchungshaft in Vollzug gelassen. Wie eine Frau aus Düsseldorf verurteilten IS-Terroristen half. Lesen Sie hier mehr zu dem Fall.