»Kölner Stadt-Anzeiger« Medien bauen um – 57 Vollzeitstellen betroffen

Datum14.08.2026 18:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie "Kölner Stadt-Anzeiger" Medien straffen ihre Regionalberichterstattung und digitalisieren diese, auch mithilfe von KI. Dies führt zur Einstellung der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) zum 30. September, wodurch 57 Vollzeitstellen wegfallen. Neue digitale Regio-Teams sollen Inhalte für Online- und Printmedien produzieren. Hintergrund sind sinkende Auflagen und technologische Entwicklungen. Die Journalistengewerkschaft Ver.di fordert Übernahmeangebote und einen Sozialplan.

InhaltWeil die Auflagen seit Jahren sinken, wollen die "Kölner Stadt-Anzeiger" Medien ihre Regionalteile digitalisieren, auch mithilfe der KI. Dadurch verlieren viele Beschäftigte ihren Job. Die "Kölner Stadt-Anzeiger" Medien stellen die Produktion ihrer Regionalteile um – die Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG), welche bislang die Regionalteile rund um Köln plant und produziert, stellt ihre Tätigkeit zum 30. September ein. Betroffen von dem Schritt sind 57 Vollzeitstellen, wie das Medienunternehmen mitteilte . Die Aufgaben der RRG sollen den Angaben zufolge künftig entfallen und weder verlagert noch an anderer Stelle fortgeführt werden. Hintergrund ist eine Neuaufstellung der Regionalberichterstattung: Inhalte sollen künftig von digitalen Regio-Teams der "Kölner Stadt-Anzeiger" Medien für Onlineangebote, Apps, E-Paper und die gedruckte Zeitung erstellt werden. Produktionsschritte sollen dabei stärker automatisiert und unter anderem künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Die Geschäftsführung der RRG will nun Gespräche mit dem Betriebsrat über Lösungen für die betroffenen Beschäftigten aufnehmen. Neu zugeschnittene offene Stellen sollen zunächst intern ausgeschrieben werden. Erste Journalistinnen und Journalisten der RRG hätten sich bereits erfolgreich auf Stellen in den digitalen Regio-Teams beworben, hieß es. Wie viele der 57 Beschäftigten insgesamt weiterbeschäftigt werden können, teilte das Unternehmen nicht mit. Die Tageszeitungen sollen nach Unternehmensangaben weiterhin im bisherigen Umfang und mit eigenen Lokalteilen erscheinen. Zugleich sollen in fünf Landkreisen rund um Köln neue lokale Digitalportale starten. Als Grund für den Umbau nannte das Unternehmen unter anderem seit Jahren sinkende Zeitungsauflagen und neue technologische Möglichkeiten. Wiederkehrende Produktionsschritte könnten durch KI stärker automatisiert werden. "Wir automatisieren Produktionsschritte, nicht den Journalismus", erklärte Chefredakteur Gerald Selch. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Ver.di kritisierte den Stellenabbau. Sie forderte das Unternehmen auf, die Stellenbilanz offenzulegen und den betroffenen Beschäftigten verbindliche Übernahmeangebote zu machen. Für Beschäftigte, die nicht übernommen würden, brauche es einen fairen Sozialplan. Schon länger diskutiert die SPIEGEL-Redaktion den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Im Juni ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Lesen Sie hier den Essay von SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit .