Datum14.08.2026 17:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie prominente US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez signalisiert Präsidentschaftsambitionen und rückt politisch zur Mitte. In Deutschland wird über mögliche Nachfolger für Bundespräsident Steinmeier spekuliert. Zudem kämpfen deutsche Städte mit Parkplatzproblemen, was Supermärkte dazu veranlasst, ihre Parkflächen zu vermieten.
InhaltEine berühmte US-Demokratin hegt Präsidentschaftsambitionen. Berlin spekuliert über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier, und Deutschlands Städte fragen sich: wohin mit all den Autos? Das ist die Lage am Freitagabend. Die drei Fragezeichen heute: Ende Juli und Anfang August geht die Lage am Abend auf Weltreise: SPIEGEL-Korrespondentinnen und -Reporter berichten aus den Metropolen und entlegenen Ecken Asiens, Afrikas, Amerikas und Europas. Und natürlich bekommen Sie hier auch weiterhin Ihr Nachrichten-Briefing: News, Meinung, Stories – alles, was am Tag wirklich wichtig ist. Die Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, 36, ist in den USA so berühmt, dass schon die Nennung ihrer Initialen reicht, um zu wissen, von wem die Rede ist. Damit genießt AOC ein Privileg, das bislang eher Präsidenten wie FDR, JFK oder LBJ vorbehalten war. Wie meine Kollegin Nicola Abé berichtet , spielt die New Yorker Demokratin nun selbst mit dem Gedanken, Präsidentin zu werden. So lassen sich jedenfalls Signale deuten, die Ocasio-Cortez derzeit sendet. AOC sei in den US-Medien "omnipräsent", schreibt Nicola, und gebe sich "plötzlich ganz präsidial". Am Sonntag trat sie im Fernsehsender ABC auf, "mit ruhiger Stimme, die Hände gefaltet, trug einen dunklen Anzug und anders als früher: dezentes Make-up". Auf die Frage, ob sie 2028 für die Präsidentschaft kandidieren wolle, antwortete sie: "Ich habe diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen." Bislang stand AOC eindeutig für den linken Flügel der Demokratischen Partei. Nun aber distanziert sie sich von manchen Positionen, die unter Republikanern, aber auch unter etablierten Demokraten als "woke" gelten, als zu sehr auf soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung konzentriert. Mit ihrem Drang Richtung politische Mitte wendet sich AOC gegen den Trend in ihrer Partei, die mit progressiven Kandidaten zuletzt einige Erfolge erzielt hatte, unter anderem die Wahl von Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York. In Deutschland steht bereits zwei Jahre vor den USA eine Präsidentschaftswahl an: Ende Januar entscheidet die Bundesversammlung über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier. Berlin schwirrt von Gerüchten, wer für das Amt infrage kommt, wer nicht und wer es gern hätte. Mein Kollege Konstantin von Hammerstein hat eines dieser Gerüchte eingefangen, wie ein Insekt, und es "in aller Ruhe seziert" . Es geht um das "heiße Gerücht", das die "Bild"-Zeitung am 2. August vermeldete: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe seinen Parteifreund, den hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein, für das höchste Staatsamt "auf dem Zettel". Genau vier Tage, vier Stunden und fünf Minuten lang hielt sich das Gerücht in der Hauptstadt, hat Konstantin ermittelt. Das entspricht ungefähr der Lebensdauer einer "Gemeinen Eintagsfliege" (Ephemera vulgata), die in diesem Fall aber eine Ephemera politica war. Die Frage ist nun, woher dieses Insekt ursprünglich geflogen kam. Konstantin hat darauf eine ziemlich einleuchtende Antwort gefunden, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden kann. Auf 1000 Deutsche kommen aktuell 593 Pkw. Eine erstaunliche Zahl, wenn man kurz innehält und darüber nachdenkt: Rund 49,5 Millionen Autos – das sind etwa ein Drittel mehr als die 33,4 Millionen Haustiere , die sich die Deutschen halten (Zierfische und Terrarientiere nicht eingerechnet). Und im Gegensatz zu den zehn Millionen Hunden im Lande, die ihre Besitzer täglich auf Trab halten, stehen die Autos die meiste Zeit nur rum – im Durchschnitt 23 Stunden pro Tag. Noch bedenklicher ist, wie meine Kollegin Kathrin Werner und mein Kollege Benedikt Müller-Arnold berichten, dass der "Parksuchverkehr" allein 30 bis 40 Prozent des innerstädtischen Gesamtverkehrs ausmacht: "Autofahrer verbringen durchschnittlich rund 41 Stunden pro Jahr mit der Suche nach einem Parkplatz." Statistisch betrachtet ist das eine enorme Zeit- und Geldverschwendung. Wirtschaftlich betrachtet dagegen ist es ein zunehmend lukratives Zusatzgeschäft für die Betreiber von Supermärkten, die viel Asphalt vor der Haustür haben und sich über Autos ärgern, deren Besitzer dort oft gar nicht einkaufen. Wie Benedikt und Kathrin recherchiert haben, gehen nun mehrere Ketten dazu über, ihre Parkplätze zu vermieten, nächte-, wochen- oder monatsweise, je nach Bedarf, oder durch E-Ladestellen noch attraktiver zu machen. Lassen die USA die Besatzung des Flugzeugträgers "Abraham Lincoln" im Stich? Seit mehr als acht Monaten harren 5000 Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugträgers USS "Abraham Lincoln" aus. Die Versorgungslage ist prekär, die psychische Belastung enorm. Wann die Ablösung kommt, ist offen. Der Überblick. "Eyes Wide Shut": Die Schauspielerin Nicole Kidman, 59, hat die sechs Wochen seit ihrer Scheidung von dem australisch-amerikanischen Countrysänger Keith Urban, 59, in Europa verbracht. "London, Ibiza, Paris, Portofino", zählt sie in der neuen Ausgabe der "Vogue" auf. Offenbar gelingt es ihr trotz ihrer Berühmtheit, immer unerkannt zu bleiben. "Ich bin unsichtbar", sagt sie, "ich bin gut darin, mich überall rein- und wieder rauszuschleichen." Auch wie sie das macht, gibt sie preis: Eine Brille, manchmal "eine dunkle Perücke, um mich zu verstecken, eine kleine dunkle Perücke, und dann kann ich einfach tanzen". Beeindruckend, wenn es stimmt, sind ihr Rhythmus und ihr Durchhaltevermögen beim Rave: "Dinner um 22.30 Uhr, Club um 1 Uhr." Da kann ich als ebenfalls 59-Jähriger nur sagen: nicht schlecht. Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. …könnten Sie ins Kino gehen. Erstens dürfte dort eine Klimaanlage installiert sein, und zweitens lief dort gestern der neue Eberhofer-Krimi an. Um es vorwegzunehmen: Mein Kollege und Eberhofer-Kenner Wolfgang Höbel hat "Steckerlfischfiasko", den zehnten Film der Reihe um den in die bayerische Provinz versetzten Polizisten Franz Eberhofer, ziemlich verrissen . Aber wenn Sie wie ich eine Vorliebe für "verlässlich bodennahen Humor" haben, lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Wenn der Film nur halb so lustig ist wie Wolfgangs Verriss, lohnt er sich bestimmt. Ich schaue mir am Wochenende auch einen umstrittenen Film an: Hier in China kommt heute Christopher Nolans "Odyssee" in die Kinos. Mal schauen, was die Zensur davon übrig gelassen hat. Ihnen einen schönen Abend und ein erholsames Wochenende Ihr Bernhard Zand, Peking