Datum14.08.2026 17:08
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer größte Waldbrand in NRWs, bei Hürtgenwald-Gey, ist weiterhin außer Kontrolle. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, unterstützt von Hubschraubern und Gegenfeuer. Die Evakuierung von 1800 Einwohnern bleibt bestehen. Ungünstige Wetterbedingungen erschweren die Löscharbeiten, die noch Tage dauern könnten. Bundeskanzler Merz dankte den Einsatzkräften.
InhaltBei Hürtgenwald-Gey kämpfen Hunderte gegen die Flammen, nun werden auch Gegenfeuer eingesetzt. Laut Landesregierung ist es der größte Waldbrand in der Geschichte NRWs. Kanzler Merz würdigt die Einsatzkräfte. Die Lage beim großen Waldbrand bei Hürtgenwald im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen ist weiterhin nicht unter Kontrolle. Einer Sprecherin des Landkreises Düren zufolge konzentrierten sich die Einsatzkräfte am Nachmittag darauf, ein Übergreifen der Flammen auf den in der Nacht geräumten Ortsteil Gey zu verhindern. Weiterhin sei die Entwicklung in erster Linie von den Windverhältnissen abhängig, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Der Brand befand sich den Angaben zufolge weiter 150 bis 200 Meter von der Siedlung entfernt, im Einsatz waren neben Hunderten Einsatzkräften am Boden laut Kreisverwaltung zudem parallel permanent mindestens drei Löschhubschrauber. Eine schnelle Rückkehr der evakuierten rund 1800 Einwohner von Gey war der Sprecherin zufolge zunächst nicht absehbar. Demnach liefen bereits Planungen, diese auch über Nacht unterzubringen. Nach Einschätzung der Landesregierung ist es der größte Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. "Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat", sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. Im Kampf gegen den Brand sollen auch Gegenfeuer zum Einsatz kommen. Diese Taktik soll Brandschneisen in die Fläche schlagen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet, hieß es von der Feuerwehr. Neben der aus Kanada und Südeuropa bekannten Methode kämen auch Panzer der Bundeswehr und Motorsägen zum Einsatz, um für meist fünfzehn Meter weite Schneisen zu sorgen. Der Löscheinsatz könne noch Tage dauern, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. "Wir haben heute sehr ungünstige Bedingungen für eine Waldbrandbekämpfung", erklärte er. Es handele sich um einen sogenannten Red Flag Day: Hohe Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte. Der Waldbrand war am Donnerstag ausgebrochen und hatte sich in der Nacht zu Freitag zeitweise sehr schnell bis auf eine Fläche von etwa 300 Hektar ausgebreitet. Wegen der unkalkulierbaren Entwicklung sowie zur Erleichterung der Arbeit der Einsatzkräfte ordneten die Behörden deshalb die Evakuierung von Gey an. Die Ursache des Brands war zunächst nicht bekannt. Gorißen sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass sie schon von Weitem während der Anfahrt die Rauchsäulen habe aufsteigen sehen. "Das ist so ein bisschen apokalyptisch. Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen." Sie appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, keine Wälder zu betreten, um nicht noch weitere Brände auszulösen. "Fast alle Waldbrände sind menschengemacht." Für ihren Einsatz im Kampf gegen Waldbrände hat unterdessen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Einsatzkräften gedankt. "In vielen Teilen des Landes wüten Waldbrände", schrieb er auf X. Er werde laufend über die Entwicklung unterrichtet. "Ich danke allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz", schrieb Merz. Wo immer möglich, leisteten Bundespolizei und Bundeswehr Hilfe, so der Kanzler. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Auch andernorts waren am Freitag Evakuierungen wegen Bränden möglich. So etwa in Rheinland-Pfalz. Wegen eines großflächigen Wald- und Wiesenbrandes bei Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz müssen sich die rund 900 Einwohner zweier Ortschaften darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen, hieß es in einer Warnmeldung am Nachmittag.