Datum14.08.2026 12:37
Quellewww.spiegel.de
TLDRHohe Haushaltsdefizite unter Donald Trump treiben die Zinszahlungen auf die US-Staatsverschuldung auf rund 100 Milliarden Dollar pro Monat. Die Renditen von US-Anleihen erreichen langjährige Höchststände, da Investoren höhere Entschädigungen für die Finanzierung des wachsenden Defizits verlangen. Dieses Problem wird vor den Zwischenwahlen durch die steigenden Finanzierungskosten verschärft und könnte die Finanzmärkte zunehmend beschäftigen.
InhaltDie hohen Haushaltsdefizite der Regierung von Donald Trump fordern ihren Tribut: Die USA müssen immer mehr Geld für Zinszahlungen aufwenden. Laut einem Experten sind es bereits 100 Milliarden Dollar. Pro Monat. In den USA haben eine ungebremste Verschuldung und die hartnäckig hohe Inflation die Kosten der Staatsverschuldung auf langjährige Höchststände getrieben. Bei einer Auktion von US-Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren lag die Rendite am Donnerstagabend bei über 5,2 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Experten sehen in den steigenden Kosten für die hohe Staatsverschuldung zunehmend ein Problem für die US-Regierung unter Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen im November. Experten erklären die vergleichsweise hohen US-Renditen vor allem auch mit der rasant steigenden Verschuldung. Seit geraumer Zeit sieht sich die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit einem wachsenden Staatsdefizit konfrontiert. Wie aus jüngsten Daten des US-Finanzministeriums hervorgeht, betrug das Haushaltsdefizit allein im Monat Juli rund 432 Milliarden US-Dollar. Das ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Anstieg um fast 50 Prozent. Seit Beginn des Jahres summiert sich das US-Defizit auf mittlerweile knapp 1,8 Billionen Dollar. Diesen schnell wachsenden Schuldenberg zu finanzieren, wird für die US-Regierung immer kostspieliger. Nach Einschätzung des Analysten Yannik Mosbach vom Frankfurter Bankhaus Metzler muss das Finanzministerium in Washington bereits rund 100 Milliarden Dollar pro Monat für Zinsen aufwenden – Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Schuldenthematik der USA wieder vermehrt in den Fokus der Finanzmärkte rücken dürfte. Die vergleichsweise hohen Rendite-Forderungen von Investoren unterstreichen, dass die Geldgeber eine "höhere Kompensation für die Finanzierung des wachsenden Defizits" wollen, schreiben Analysten der französischen Bank BNP Paribas. Für US-Finanzminister Scott Bessent werde die Lage schwierig: "Nach Jahren erhöhter Inflation und massiver Staatsausgaben fressen sich die immensen Finanzierungskosten zunehmend durch die breitere Wirtschaft." In der laufenden Woche hatte bereits eine Versteigerung von Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren mit 4,68 Prozent die höchste Rendite seit der globalen Finanzkrise 2007 geliefert. Im freien Handel liegt die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit nahezu auf dem gleichen Niveau. Sie ist damit deutlich höher als bei deutschen Bundesanleihen, die aktuell mit einer Rendite von 3,14 Prozent gehandelt werden. Zur Einordnung: Auch andere Staaten wie Deutschland haben mit steigenden Schuldenständen und höheren Kosten für Kredite zu kämpfen. Allerdings steuern die USA laut Internationalem Währungsfonds 2026 auf eine Neuverschuldung von über sieben Prozent der Wirtschaftsleistung zu. Für Deutschland rechnet der IWF mit 3,8 Prozent. Zudem liegt der Schuldenstand der USA mit über 120 Prozent der Wirtschaftsleistung bereits insgesamt sehr hoch.