Datum14.08.2026 09:37
Quellewww.zeit.de
TLDRDie deutsche Automobilbranche verzeichnet mit 691.500 Beschäftigten den niedrigsten Stand seit 2005. Dies entspricht einem Rückgang von 5,8 Prozent im ersten Halbjahr. Generell baut die deutsche Industrie Arbeitsplätze ab; im verarbeitenden Gewerbe sank die Beschäftigung um 2,7 Prozent. Auch Maschinenbau und Chemieindustrie verzeichnen Rückgänge. Der Branchenverband prognostiziert bis 2035 den Verlust von bis zu 225.000 Stellen.
InhaltDie deutsche Automobilbranche beschäftigt so wenige Menschen wie zuletzt vor 21 Jahren. Aber auch in anderen Industriebranchen schwindet die Beschäftigung. Die deutsche Industrie hat auch im ersten Halbjahr 2026 zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut. Im verarbeitenden Gewerbe waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts Ende Juni noch 5,29 Millionen Menschen beschäftigt – 144.100 oder 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders stark betroffen war demnach die Automobilbranche. Dort sank die Zahl der Beschäftigten in den ersten beiden Quartalen um 42.300 oder 5,8 Prozent auf 691.500. Damit erreichte die Branche einen neuen Tiefstand: "Seit 2005 waren noch nie weniger Menschen in der Branche beschäftigt", teilten die Statistiker mit. Gemessen an der Beschäftigtenzahl bleibt die Automobilbranche dennoch der zweitgrößte Industriezweig, hinter der Maschinenbaubranche, die 905.900 Beschäftigte hat. Allerdings ging auch dort die Zahl der Arbeitsplätze im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent zurück. Auch bei den Metallerzeugern sank die Zahl der Beschäftigten um 3,8 Prozent auf 471.700, in der chemischen Industrie um 3,6 Prozent auf 312.000. Die Hersteller elektrischer Ausrüstungen beschäftigten 3,4 Prozent weniger Menschen. Dort waren zuletzt 374.500 Stellen besetzt. Innerhalb der Automobilindustrie bauten sowohl die Fahrzeughersteller als auch die Zulieferer Arbeitsplätze ab. Besonders stark war der Rückgang bei den Herstellern von Teilen und Zubehör für Kraftwagen: Dort sank die Beschäftigtenzahl um 7,6 Prozent. Bei den Fahrzeugherstellern gingen 6,1 Prozent der Arbeitsplätze verloren. Dagegen verzeichneten die Hersteller von Karosserien, Aufbauten und Anhängern einen Beschäftigungszuwachs. In diesem kleineren Teilbereich stieg die Zahl der Beschäftigten um 10 Prozent auf 42.800. Der Beschäftigungsabbau in der Branche hat sich bereits seit Längerem abgezeichnet. Der Verband der Automobilindustrie warnte im Mai vor einem Verlust von bis zu 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035. Zuletzt hatten bereits mehrere Automobilhersteller und Zulieferer Sparprogramme und Stellenstreichungen angekündigt.